Geschichte u. Probleme Epi

JackB200 @, Dienstag, 22.02.2022, 16:35 (vor 88 Tagen)

Hallo liebes Forum!

Nachdem ich einige Zeit einfach so mitgelesen habe, möchte ich mich heute jetzt doch mal zu Wort melden. Ich weiß aber noch nicht mal, ob ich Epilepsie habe. Nach letztem Stand der Dinge hab ich das wohl nicht. Dennoch möchte ich jetzt mal mit Menschen ins Gespräch kommen, die diese Diagnose haben.

Damit Ihr überhaupt wisst was los ist, hier zusammengefasst meine (Kranken)Geschichte:

Ich (m) bin 40 Jahre alt, hatte letzte Jahr am 01.08. einen Herzinfarkt, wurde daraufhin 3 x wiederbelbt. (Reanimation begann nach 3 Minuten schon) Es war ein kleines, 2mm Durchmesser großes gefäß in der Rückwand zu. Normaler weise bleibt man im Anschluss 3 Tage gekühlt im Koma, um eine bessere Regeneration zu ermöglichen. Nach diesen 3 Tagen wollte man mich dann auch aus dem Koma holen. Allerdings hat man dann im EEG beim Absetzen der Medikamente "unbekanntes" gesehen. O-Ton Neurologin: "Noch nie gesehen sowas". Sie meinte zu meiner Frau und meiner Mutter: Wenn da etwas wach wird, wissen wir nicht genau, was da wach wird. Sicher aber nicht mehr Ihr Mann/Sohn. Richten Sie sich auf nen Pflegefall ein! Zur Sicherheit wurde ich dann noch tiefer ins Koma geschossen. Der Verdacht bei dem "noch nie geshen sowas im EEG" lag auf einem nonkonvulsiven Status, und das gute 14 Tage lang, durchgehend. Medikamente wurden gleich immer in Höchstdosis in mich gespritzt, bringt nix, noch tiefer ins Koma mit dem Kerl. Von jetzt auf gleich Medikamentenwechsel permanent in höchst möglicher Dosis.

Dann, nach 14 Tagen im künstlichen Koma, wurde ich in eine andere Klinik verlegt. Auf eine Weaning Station. Dort sagte man, das EEG wäre überhaupt nicht eindeutig. Sie geben zur Sicherheit noch ein Medikament, und die Sedierung lassen sie weg und schauen was passiert. Tja, gesagt, getan. Nach 3 Tagen gab ich erste Lebenszeichen von mir. Da ich extrem viele und vor allem brutale sedierende Medikamente in mir hatte, hat das Aufwachen gute 3 Wochen gedauert. Es war aber zu sehen, das es mir quasi von Tag zu Tag besser ging.

Es ging dann so gut, das mein Barthel Index im nächsten Krankenhaus, Neuro-Reha, gefälscht werden muss damit ich überhaupt bleiben kann. Aufgrund dessen das alles ab dann so gut und schnell aufwärts ging, hat sich aber niemand mehr die Mühe gemacht zu schauen ob ich denn überhaupt die (aus meiner Sicht angedichtete) Epilepsie habe.

Das wollte ich dann selbst regeln, bin zum Neurologen mit den Berichten. Enttäuschender Mann! Er nahm den Bericht des ersten Krankenhauses, sagte: Ja, können Sie nicht lesen, steht hier alles schwarz auf weiß! Wir müssen denen da schon vertrauen. "Nein" war meine Antwort, denn sonst wäre ich nicht bei Ihm jetzt. Das Problem für mich war bei den Berichten immer, das dort nur stand "verdacht auf", was dieser Neurologe einach nicht gesehen haben will.
Nun, wenn er mir schon so kommt dann ist das Gespräch auch schnell zu Ende. Wunschgemäß hat er mir dann noch eine Einweisung geschrieben in ne Neuro-Klinik. Da bin ich dann erneut dort hin, wo ich auch in der Reha war. Ich war dort zufrieden und fühlte mich gut aufgehoben.

In dieser Klinik zurück bin ich natürlich auf eine andere Neuro-Station gekommen als ich in der Reha war. Ok, kein Problem, der Prof. von der Reha ist auch hier der Chef. Der Stationsarzt ist dann gleich am ersten Tag gekommen und wollte wissen warum ich hier bin. Ich hab ihm alles erzählt, er nahm den Bericht und sagte, ja, da würde er an den Pillen nix drehen wollen. Man könnte ein MRT machen, aber wenn dort nix zu sehen ist, dann bedeutet das nicht, das dort nichts ist. Man müsse dem ersten Krankenhaus da schon vertrauen. Ähm nein, weil sonst.... Und: Meine Hobbys könnte ich komplett vergessen, zu gefährlich meinte er. Er würde aber da den Prof. aus der Epilepsieklinik in F kennen, und mal mit dem reden. Gut, dann soll er das mal machen. Er hatte sogar die geniale These aufgestellt, das der Anfall den Herzinfarkt ausgelöst hat. Auf meine Bitte er solle mir dann erklären warum dann die Kardio-Ärzte einen Stent haben setzten müssen, also die Ader zu war, ist ihm dann aber auch nichts mehr eingefallen.


Im Anschluss wurde dann MRT, diverse EEG's gemacht, Geistige Leistungsfähigkeit geprüft, Aufmerksamkeitstest etc. Ich denke, die ganzen Untersuchungen und Teste kennt ihr besser als ich.
Nun, alles war unauffällig, im guten Mittelfeld bzw. schon am oberen Leistungsspecktrum. MRT war nix zu sehen. EEG's waren unauffällig. Der Prof. den ich schon beim ersten Aufenthalt kennen gelernt hatte ist dann an Tag 2 oder 3 zu mir gekommen. Ein feiner Mann. Er setzte sich neben mich aufs Bett, schaukelte mit den Beinen wärend er mich umarmte und sagte: Mensch, Sie hier so fit und fidel zu sehen, das freut mich doch sehr! Den Rest bekommen wir auch noch hin, werden Sie schon sehen. Die Ergebnisse wären alle einwandfrei bislang! Den nächsten Tag ist dann der Stationsarzt wieder gekommen.


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