16 Jahre anfallfreie und plötzlich wieder...

Anton @, Donnerstag, 22.09.2022, 21:10 (vor 15 Tagen) @ Josy9

Hallo Josy,

wenn Du die Medikamente nach kurzer Zeit abgesetzt hast, kann ich das gut verstehen, Du wirst es in Absprache mit den Ärzten getan haben, schließlich ist es ja Sinn und Zweck der Operation, möglichst ohne Medikamente zu leben. Ich bin über 3 Jahrzehnte älter als Du, da möchte ich nicht noch einmal das Chaos durchstehen, wenn Anfälle auftreten. Ich bin davon überzeugt, dass es mir ohne Pillen auch besser ginge. Aber wie gesagt, wer einmal Anfälle gehabt hat, vergisst es nicht, wie untendurch man bei Gesellschaft ist, nichts mehr wert ist, entmenschlicht wird, nur noch in Wartezimmern sitzt, und wenn man den Ärzten genau zuhört, bekommt man mit, dass sie einen gar nicht für voll nehmen. Es gibt kaum eine Erkrankung, durch die man dem Stigma ausgesetzt ist, wie es bei Epilepsie der Fall ist.

Das Thema „Epilepsie und die daraus entstehenden psychischen Belastungen für den Patienten, kann man im Internet nicht diskutieren. Dafür ist die Menschheit zu schlecht. Ich kenne Mitmenschen, bei denen ich mich frage, was sich die Natur dabei gedacht hat, sie in die Wiege gelegt zu haben. Und das Internet ist zu transparent. Aus dem Grunde mache ich die Belastung, die mir heute noch die Krankheit bringt, mit mir alleine ab. Denn, selbst wenn man anfallsfrei ist, zentrale Wirkstoffe verändern die Persönlichkeit, man ist nach kurzer Zeit nicht mehr derjenige, der man mal gewesen ist. Dir wünsche ich viel Glück, dass Du für dich eine Lösung findest. Ich habe lange nach der Endlösung gesucht, leider kam immer wieder etwas dazwischen, sonst wäre ich schon weg.

Alles Gute
Anton

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.


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