ich weiß nicht mehr weiter
Hallo und guten Abend,
was Dein Mann zurzeit mitmacht, ist so ziemlich das Härteste was einem im Leben passieren kann. Ich kann da ein Lied von singen, ich war Mitte zwanzig, hatte schon mehr, als man sich in diesem Alter wünschen kann, Familie, Kinder, Haus, wir hatten immer gut gelebt und waren beruflich erfolgreich. Der Begriff Krankheit war uns fremd. Plötzlich traten bei mir nachts die ersten Anfälle auf, meistens in den Morgenstunden.
Für meine Partnerin war das damals schrecklich, für mich weniger, ich habe es ja nicht mitbekommen und war beruflich so eingespannt, dass ich gerade Zeit hatte, mal zum Arzt zu gehen, um davon zu erzählen. Der hat mir auf den Kopf „Epilepsie“ zugesagt und dass ich damit leben müsse. Die Krankheit sei unheilbar und ich sei bis ans Lebensende auf Medikamente angewiesen. Das ist mittlerweile 50 Jahre her, zu der Zeit gab es weder Bücher, die das beschrieben, das Internet gab es in Deutschland erst zwanzig Jahre später.
Die wesentlichen Veränderungen, die die Krankheit mit sich brachte, bekamen Menschen aus meinem Bekanntenkreis schnell zu spüren. Die kognitiven Fähigkeiten nahmen nach und nach ab, die Persönlichkeitsveränderungen war unübersehbar. Nun muss man dazu sagen, damals gab es noch nicht die zielgerichteten Medikamente, wie wir sie heute haben. Meine damalige Partnerin hat es sehr gut auf den Punkt gebracht. Deine Kinder lernen jetzt nicht den Menschen kennen, den ich mal geheiratet habe.
Sehr schnell habe ich gemerkt, dass das A und O einer erfolgreichen Therapie die regelmäßige Medikamenteneinnahme ist. Medikamente gegen Epilepsie haben eine Besonderheit. Ich nenne sie Spiegeltabletten. Was bedeutet, nur durch eine kontinuierliche Einnahme bildet sich mit der Zeit ein Wirkstoffspiegel im Blut, der einen dauerhaften Schutz gegen Anfälle bietet.
Anders ist es bei zum Beispiel Kopfschmerztabletten. Die kannst Du nehmen, wenn Du Kopfschmerzen hast, dann geht der Schmerz noch ungefähr 15 Minuten. Bei Antiepileptika funktioniert das nicht. Der Wirkstoffspiegel davon muss immer im Blut sein, sonst bringen die Medikamente gar nichts.
Wer frisch an Epilepsie erkrankt, sollte mindestens einmal im Quartal zum Neurologen gehen, um die Tabletteneinnahme mit ihm zu besprechen. Meistens wird ein EEG gemacht und oft auch Blut abgenommen, um den Wirkstoffspiegel im Blut zu messen. Wenn es dort kein Weiterkommen gibt, bietet sich das an, was Pegasus bereits erwähnt hat, der Besuch in einer Epilepsie-Ambulanz oder einem Epilepsie-Zentrum. Ich wünsche euch, dass ihr mit der neuen Situation schnell fertig werdet.
Viele Grüße
Anton
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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!
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frau_petra,
18.12.2023, 12:58
- ich weiß nicht mehr weiter - pegasus, 18.12.2023, 13:11
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