ich weiß nicht mehr weiter

Sanktus Achzehn, Saturday, 23.12.2023, 23:12 (vor 965 Tagen) @ frau_petra

Hallo frau_petra,

die Wesensveränderung wird vermutlich mit den Tabletten zusammenhängen, als Nebenwirkung. Da wäre dann ggf. ein Gespräch mit der Neurologin sinnvoll, was sie dazu meint und ob sie nicht das Medikament wechseln könnte. Wirklich viel darf sie dir natürlich ohne seine Einwilligung nicht zu deinem Mann sagen, aber eine allgemeine Beratung wird sie vermutlich machen. Erkundige dich auf jeden Fall auch einmal, ob es in deiner Nähe eine Beratungsstelle gibt. Eventuell erhältst du dort auch ein paar Tipps. Die können sich meist noch mal ganz anders auf die Probleme der Angehörigen konzentrieren als es ggf. die Ärztin kann. Eventuell schaffst du es nach und nach auch, die Krankheit etwas "gelassener" zu sehen. Wenn du jedoch merkst, dass es dich gänzlich auffrisst, scheue dich auch nicht, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Du musst da nicht ohne Hilfe durch.

Auf jeden Fall wirst du nichts erreichen, wenn du ihn deine Wut spüren lässt, ihm Vorschriften machen willst oder dergleichen. Schreibe vielleicht nach und nach deine Gedanken auf, und, wenn du sie zunehmend gesammelt hast, versuche, ihm einen Brief zu schreiben. Darin erwähne nicht, was er deiner Meinung nach tun sollte - das erreicht ihn nicht und reizt ihn eher - sondern mehr, wie es dir in dieser Situation geht, was du beobachtest und wie sehr es dich fertig macht. Eventuell erreichst du ihn darüber. Ein Brief kann deutlich mehr Ruhe reinbringen, denn den kann er lesen, wenn er mehr Ruhe hat und du kannst ihn ebenfalls mit mehr Ruhe schreiben und alles, was ihn reizen könnte, versuchen, draußen zu lassen. Jedoch: wenn er nicht will, will er nicht. Dann kann ich dir nur empfehlen: Achte auf dich, ziehe dich notfalls - vorübergehend - zurück, sofern möglich. Das ist zwar eine harte Variante, aber solche Krankheiten können leider auch Biester sein.

Viel Erfolg!
Sanktus Achtzehn


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