Re: Plötzlich hat es mich erwischt- wie geh ich damit um?

Stefan @, Saturday, 04.08.2007, 20:49 (vor 6956 Tagen) @ Sebastian

Hallo Sebastian,

bin 45 Jahre und leide seit 10 Jahren - nach Entfernung eines Hirntumors - unter Epilepsie. Die Diagnose Hirntmor hat mich damals
ohne Vorwarnung kalt erwischt. Ich kam von einer Dienstreise zurück,
legte mich auf's Sofa und machte mir's gemütlich. Kurz darauf bekam ich
aus heiterem Himmel einen Krampfanfall; meine Frau rief den Notarzt und dann ging alles seinen Lauf. Ich wachte anderstags auf der Intensivstation auf und nach entsprechenden Untersuchungen wurde mir dann die Diagnose mitgeteilt: Hirntumor. Gestern noch auf Dienstreise
in England und heute auf der Intensivstation mit dieser Diagnose.

Tumor war gottseidank gutartig (Grad II), aber ein Freibrief ist es
natürlich nicht.

Sietdem versuche ich mein Leben mit den allseits bekannten Einschränkungen so gut es geht zu leben. Bin voll berufstätig und
- soweit ich das beurteilen kann - stehen alle hinter mir (Kollegen/Arbeitgeber/Familie/Freunde). Mit bleibt nichts anderes übrig als diese Behinderung (60 %) zu akzeptieren. Ich gehe offen damit um, dass heisst zum Beispiel, dass ich in grösseren Gruppen, die mich nicht kennen, auf dieses Leiden hinweise. Ich denke, dass ist man denen schuldig. Es dauerte sehr lange bis ich mich dazu durchringen konnte, aber seit ich diese Sache im Griff zu haben glaube, kann ich besser damit umgehen. Die Epi ist ein Teil von mir-
so bitter es ist.

Gruss und laß' Dich nicht unterkriegen.

Stefan


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