Re: Re: Re: Erfahrung mit Absencen-Epilepsie
Was mich vor allem interessieren würde, gibt es noch andere Betroffene wie mich die eine lange Zeit lang oder vielleicht sogar ihr Leben lang im Dämmerzustand verharrten und erst nach ihren ersten Antikonvulsiva einen halbwegs normalen Wachzustand erleben dürften? Wenn ja, was habt ihr erlebt und wie habt ihr den Übergang und die Zeit danach erlebt?
Nachdem ich zum ersten mal mit Lamictal eingestellt wurde, erlebte ich eine Art Konfusion. Mein Kopf brannte zu den ganzen Tag und ich lief im Zimmer nur auf und ab. Es war aber auch ein vollkommen neues Lebensgefühl für mich seitdem. Noch nie fühlte ich mich so stark und ich sprühte eine lange Zeit lang vor Ideen und Begeisterung für meine Außenwelt. Auch meine Mutter und meine Neurologin gaben mir ein positives Feedback, ich hätte mich schlagartig gewandelt, wäre offener und könnte bei Gesprächen besser mitschwingen. Eine Zeit lang ging es gut so, doch mit zunehmender Zeit und der Optimierung der Medikamente d.h. der Senkung der Anfallsrat verschlechterte sich mein Zustand. Anfangs wurde ich zunehmend ängstlich und nervös, ohne einen konkreten Grund. Nach der Umstellung von Lamictal auf Carbamazepin began meine erste depressive Episode und erst nach einem halben Jahr oder länger mischte sich ausgerechnet mein neuer Psychotherapeut ein und machte das Medikament für die Depression verantwortlich. Die Ärzte der Uni-Klinik tauschten Carbamazepin mit Ergenyl aus und ich wurde stark adipös, aber die Depression verschwand für diesen Zeitraum. Doch die Adipositas wurde so schlimm, dass Ergenyl mit Topamax ausgetauscht werden musste. Zwar nahm ich schnell ab, aber die Depression kam mit selber Härte zurück. Die Neurologen der Uni-Klinik stellten sich dieses mal quer und versicherten mir, Topiramat ist nicht für das Entstehen von Depressionen verantwortlich. Nachdem ich es auf ihre Empfehlung hin mit Antidepressiva versuchte, aber dummerweise eigenmächtig abgesetzt habe, brach ich anfang diesen Jahres zusammen und lag drei Monate mit einer schweren Depression im Krankhaus. Die Ärzte der Psychatrie konnten sich keinen Reim auf die eigentliche Ursache der Depression machen. Erst nach der Entlassung sprach ich mit meiner Neurologin und die meinte "die Welt wäre groß für mich."
Ich habe lange darüber nachgedacht, weil ich es nicht sofort verstand. Aber ich glaube sie meint damit, dass ich mit dem vollen Wachzustand und den dadurch entstehenden Eindrücken total überfordert bin.
Kann jemand ähnliches von sich berichten?
Gruß
Frank
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Superbeowulf,
29.10.2007, 23:20
- Re: Erfahrung mit Absencen-Epilepsie - Brigitta, 29.10.2007, 23:58
- Re: Erfahrung mit Absencen-Epilepsie - Anton, 30.10.2007, 06:51
- Re: Re: Erfahrung mit Absencen-Epilepsie - Superbeowulf, 30.10.2007, 10:18
- Re: Re: Re: Erfahrung mit Absencen-Epilepsie - Superbeowulf, 30.10.2007, 18:49
- Re: Erfahrung mit Absencen-Epilepsie - cokie, 31.10.2007, 11:46
- Re: Erfahrung mit Absencen-Epilepsie - Brigitta, 01.11.2007, 01:25