Re: Epilepsie: tonisch-klonische Anfälle

Julia @, Friday, 23.05.2008, 19:05 (vor 6663 Tagen) @ Markus Müller

Hallo Markus,
danke für das Lob, für das Beispiel.

Ich habe meien Epi schon ne Ewigkeit. Bin jetzt 25 und hatte im Alter von 7 Montaten einen Kinderwagensturz, direkt auf den Hinterkopf. 2 Monate später hatte ich beim Spielen auf dem Wohnzimmerfußboden meinen ersen epileptischen Anfall. Es wurden im laufe der Jahre die unterschiedlichsten Diagnosen gestellt. Heute geht man von einer angeborenen Hirnentwicklungsstörung hauptsächlich vom linken Stirnlappen aus.

-- Daher fällt es mir auch leicht, bildliche Beispiele zu geben, da ich eben noch sehr jung war als ich meine Epi bekam und die Ärzte mir ja verstänlich machen mussten, was mit mir los ist, eben anhand von Bidern.

Es war immer wieder ein langer Weg zur Anfallsfreiheit. Doch ich habs immer wieder geschaft. Im Moment bin ich auch Anfallsfrei, seit Mitte Februar 2006.

Kann in meinem Fall leider keine bestimmten Anfallsauslöser nennen. Wenn ich Anfälle bekomme, dann hatte ich diese schon bei allen möglichen Tätigkeiten,
z. B. wärend des Fahrrad fahrens, im Schlaf, in der Schule, beim Sport, am PC, auf der Toilette, beim Spielen.... Wie du siehst gibts keine Linie.

Daher nutz die Chance, dass du deine Auslöser kennst und vermeid sie!!!

Wie es kommt dass man Epilepsie so plötzlich bekommt???
Das hängt von der Veranlagung und dem Auslöser ab.

Ums bildlich zu machen.
Es können manche Leute Kuchen, Sahnetorten und Schokolade essen, so viel sie wollen, sie bekommen "nur" Bauchweh.
Andere essen die gleiche Menge und weil sie ne besondere Veranlagung haben (genetisch bedingt) bekommen sie die Zuckerkrankheit. Hätten sie jedoch nicht so viel Schokolade gegessen, wäre die Zuckerkrankheit unter Umständen gar nicht aufgetreten.

Genaus so ist es mit der Epilepsie auch.
Deine Auslöser kennst du ja (könnte aber auch ein Fieberkrampf, eine Imfpung, Hirnhautentzündung, Hirnentwicklungsstörung, Alk, Schlafentzug, Drogen oder sonstiges sein) + Veranlagung = Epilepsie.

Ohne Veranlagung oder ohne Auslöser wäre es möglicherweise nicht zur Epilepsie gekommen. Und oftmals ist der genaue Auslöer, wie z. B. bei mir unbekannt und man kann nur vermuten.

Ein gutes Buch ist diesbezüglich auch
Das Eigentor oder die Geschichte vom Peter Guck in die Luft. (Musst du dir soweit ich weiss entweder über das Internet, die Stiftung Michael oder der Deutschen Epilepsievereinigung bestellen, da das Buch nicht mehr im Buchhandel erhältlich ist).
Es ist ein Kinder- Jugendbuch und für Erwachsene geschrieben. Auch als Erwachsener langweilt man sich nicht, da sehr anschaulich und bildlich und verständlich einem das Krankheitsbild nahegebracht wird.
Geschrieben hat es Dr. Hansjörg Schneble (ehemaliger Leiter des Epiepsiezentrum Kork, für Kinder und Jugendliche).

Wenns dich interesiert, es war 9 1/2 Jahre mein Epileptiloge und aus diesem Buch hab ich das Meiste von meinem mitlerweile sehr kompakten Fachwissen über Epilepsie.

Viel Spass bei Erweiterung deines Wissens.
Gruß Julia


[zitat=Markus Müller]Hallo!

Schönes Beispiel...

Ich werde das ganze im Auge behalten...ich sehe keine Veränderung ins negative / positive bei dem Anfällen.

Bei einem geregeltem Tagesablauf ist mir noch nie ein Anfall passiert

Auch kleine Schwankungen machen mir gar nichts aus.

Also ich kann problemlos 2 Flaschen Bier trinken

Nur wenn ich abends einen leichten Rausch hatte, dann sind die Pferdchen kurz vorm ausbrechen.

Auch Schlafdifferenzen merke ich nicht zu extrem, nur muss es genug Schlaf sein. Ich brauche 7 Std minimum.

Ob ich jetzt um 12 oder schon um 10 ins Bett gehe spielt da keine Rolle.

Kommen beide Sachen zusammen, dann liegt das Epilepsie Problem vor.


Wie ist das bei euch eig. aufgetreten?

Ich hatte meinen ersten mit 16 Jahren...vorher merkte ich nichts, auch wenn ich viel zu wenig geschlafen habe

Wie kann sowas so plötzlich entstehen?

Gruß
Markus


[/zitat]


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