Soll ich diese Frage stellen?

Andreas, Tuesday, 01.02.2011, 23:25 (vor 5677 Tagen) @ tanguera

Hallo Tanguera

... Deja-vu's bzw. Deja-vecu's werden heute auch als epileptische Anfälle gewertet (vereinfacht ausgedrückt: ein "Kurzschluss" zwischen Kurzzeit- und Langzeitgedächnis).

Was Du beschrieben hast sind Situationen, die Du noch gar nicht erlebt hast (Tod eines Angehörigen "gespürt"), also ist davon noch nichts im Gedächtnis abgespeichert. Somit handelt es sich nicht um das, was man unter einem Deja-vu versteht. Hier würde ich wie gesagt eher von einer Art von Hellsichtigkeit sprechen, vielleicht gefällt Dir aber der Ausdruck "Intuition" besser, weil er nicht so negativ geprägt ist.

Ich kann mich übrigens an einen jungen Mann erinnern, den ich ein einziges Mal getroffen habe, und der mir erzählt hat, dass jeder Mensch bestimmte Sinne schärfen kann und dadurch eben hellsehen, hellfühlen, hellschmecken, hellriechen usw. kann. Ich konnte mir damals nichts darunter vorstellen und habe den Gedanken auch nicht weiter verfolgt, aber trotzdem glaube ich, dass wir unsere Sinnesorgane nur zu einem Bruchteil so nutzen, wie wir es eigentlich könnten. Anyway, das ist eine andere Geschichte.

Ich versuche sie auch nicht zu werten. Objektiv kann ich es sowieso nicht, ich weiss nicht, warum sie mir gegeben wurde.

Anfangs hast Du geschrieben, dass Du "das Zeugs" am liebsten loshaben möchtest, fast wie eine Krankheit. Klingt schon eher negativ, oder? Warum Du sie letztlich gekriegt hast, ich aber beispielsweise nicht, das kann Dir niemand sagen. Aber wie wäre es, wenn Du mal ein bisschen in der Vergangenheit schaust, ob es Familienmitglieder mit ähnlichen Fähigkeiten gab? Nur so eine Idee, wäre doch aber vielleicht spannend.

Oder wurde sie mir nicht gegeben, und es ist alles "nur" Epilepsie?

Da solche Dinge auch bei Nichtepileptikern auftreten können, würde ich sie davon losgelöst betrachten.

Ich kann sie nur subjektiv bewerten, sprich die Vorahnung ist mir angenehm oder unagenehm. Ich kann sie als positiv oder negativ empfinden.

Dadurch wertest Du ja nicht die Fähigkeit an sich, sondern das Ergebnis, zu dem sie Dich führt.

Sind es banale Sachen, z.B. ich weiss es immer, wenn das klingelnde Telefon im Büro für mich ist, dann spielt es keine Rolle. Über die schlimmere Sachen müsste ich eigentlich kein Bescheid wissen...

Wenn man "erkennt", dass jemand stirbt, ist das sicherlich zunächst verstörend (vielleicht nicht der beste Ausdruck dafür, aber mir fällt gerade kein besserer ein). Andererseits werden die anderen später mit dem Tod dieser Person konfrontiert, und bei Schwerkranken hättest Du dann noch die Möglichkeit, ein paar Schritte in die Wege zu leiten. Wer weiß, wozu die Fähigkeit also gut ist...

Ich würde wie gesagt nicht damit hadern, sondern schauen, welche Vorteile in einer solchen Fähigkeit liegen.

Viele Grüße
Andreas

P.S. Noch ganz kurz eine kleine Anmerkung. Im neuen Film von Clint Eastwood (Hereafter) geht es u. a. um einen Mann mit medialen Fähigkeiten, der auch Schwierigkeiten hat, mit dieser "Gabe" klar zu kommen. Der Film ist sicherlich unter vielen Aspekten sehenswert. Nur so als Tipp!


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