Soll ich diese Frage stellen?

Sophie, Wednesday, 09.02.2011, 15:49 (vor 5669 Tagen) @ Westernkathy

Hallo Kathy!

Mir macht es nichts aus, darüber zu schreiben, auch wenn es manche als Schwachsinn sehen.
Es war vor ca. 20 Jahren an einem Morgen...
Ich hatte immer ton.-klonische Aufwach Grand Mals, ca. 4x die Woche.
Es war ein schreckliches Gefühl, als ich plötzlich nicht mehr atmen, sprechen, mich nicht mehr bewegen konnte...bis ich schließlich das Bewusstsein verlor und mich jedesmal in die ohnehin eitrige Zunge biss.
Am Tag hatte ich keine Anfälle und ging immer arbeiten.
Ich war damals 21 u. wollte keine Medis nehmen, ich wollte nicht wahrhaben, dass ich Epi habe und es war auch schwer zu akzeptieren, dass sich mein Leben schlagartig änderte.
Mein Lebensgefährte und meine Mutter drängten mich immer, einen Arzt aufzusuchen, aber ich war sturr...
An diesem besagten Morgen war mein Lebensgefährte nicht bei mir, meine Mutter kam ins Zimmer, weil sie mich wecken wollte.
Sie sah, wie ich einen Anfall hatte, ich kam kurz zu Bewusstsein, doch bekam ich noch einen u. verlor wieder mein Bewusstsein.
Sie rief sofort den Notarzt......und sie bekam die Worte zu hören "das geht um Leben oder Tod"..das erzählte sie mir später.
Plötzlich konnte ich wieder denken, bekam Luft und fühlte mich schwerelos u. gut.
Es dauerte eine Weile, bis mir bewusst wurde, dass das mein Körper ist, der auf einer Trage lag.
Ich war ganz nah über mir.
Ich sah, wie sie mich aus dem Zimmer trugen, unser Hund lief aufgeregt neben der Trage u. bellte laut.
Ich hörte auch die Sanitäter sprechen...
Doch war ich nicht erschrocken und dachte mir auch nicht wieder "hinein" zu wollen. Ich beobachtete nur....
Dann wurde ich an ein Beatmungsgerät angeschlossen u. ich spürte u. sah mich nicht mehr.
Von der Fahrt ins Krankenhaus weiß ich nichts mehr....dann waren kurz wieder Stimmen zu hören...."schneller, nochmal..." aber ich sah mich nicht mehr dabei, alles war finster. Ich konnte auch nicht mehr denken.
Irgendwann hatte ich das Gefühl, als wenn ich durch ein Sieb gezogen würde und kam zu Bewusstsein.
Das war dann eine Aufregung, ein paar Ärzte kamen und wollten alles mögliche von mir wissen....meinen Namen, ob ich weiß, wo ich bin , was los war mit mir...Geburtsdatum,...in welchen Krankenhaus..
ich sagte ihnen alles richtig, das seltsame war, dass ich Hochdeutsch sprach.
Ich bin aus Österreich u. habe einen Dialekt:-)
Irgendwann gab sich das wieder, ich hatte Hunger u. bekam zu essen.
Aber ich war sehr schwach, war wie in einen Schleier gewickelt u. sprach sehr langsam.
Nach einigen Tagen ging es mir besser, alle möglichen Untersuchungen wurden gemacht u. ich wurde auf Medis eingestellt.
Ich fand mich damit ab und freute mich über jede anfallsfreie Nacht. Ich war glücklich....und ich bin glücklich, das ich da bin ;-)
Ja, das wars.
Das Schlimme war dann, als eine Bekannte ganz blöd über mich sprach....
Epilepsie ist in ihren Augen eine Geisteskrankheit.....doch sie erzählte es Freunden von mir u. diese wiesen sie zurecht....naja....sie hat mich zum Schweigen gebracht.
Aber es gibt Schlimmeres..
LG
Sophie


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