Nach dem Gespräch mit dem Neurologen...
Hallo Antje,
Ich weiß nicht genau, wie ich mit meinen Mitmenschen verfahren soll.. bislang wissen es nur meine Familie, mein Partner, gute Freunde und meine Chefin.
Ich finde es wichtig, dass man mit jemanden darüber redet / reden kann. In meiner (Schwieger-)Familie wissen es alle, die Freunde sowieso. Neuen Freunden sage ich es nicht direkt, aber irgendwann kommt das Thema dann doch - meine Medikamenteneinnahme mache ich z.B. nicht heimlich. Und wenn sie Fragen, was und warum ich da einnehme, antworte ich auch ehrlich. Bisher hat aber darauf keiner blöd reagiert oder gar die Freundschaft beendet.
Bei Praktika bzw. am Arbeitsplatz, hatte ich (sofern ich es erzählt habe) überwiegend gute Erfahrung gemacht (bis auf einmal an einem Praktikumsplatz während des Studiums. Das habe ich dann unter dem Thema "Am Arbeitsplatz nicht jedem direkt von der Epi erzählen" abgehackt und fertig). Aber ich kenne auch einige, die hatten nie Probleme auch der Arbeit.
Lass die Leute reden (wie die Ärzte es so schön sagen)
Ja, so sehe ich das auch. Irgendetwas finden sie immer.
Das Problem liegt wohl eher in mir selbst - von einem auf den anderen Tag solche Anfälle zu bekommen und jetzt ist das halt für immer so und man muss Pillen schlucken - schlimmstenfalls für immer - um "normal" leben zu können.
Das kenne ich... ich war 18 als die Epi begann (1996). Beim 2. Anfall - etwa ein halbes Jahr später - dann die ersten Medis - und es sollten nicht die letzten sein... Wenn ich in meine Akte schaue sehe ich dass ich 9 Tablettenumstellungen (davon die letzte seit 2003/04) hatte... das würde ich heute nicht mehr mit mir machen lassen...
Und sich damit abzufinden, dass es keine Ursache dafür gibt fällt mir sehr schwer..
Auf dem MRT im Krankenhaus hat man bei mir nie etwas gesehen, auf dem MRT in der Epilepsieklinik (die sind hochauflösender und damit teurer...) sah man direkt - aber versteckt - eine Vernarbung. Nach vielem hin und her und vielen weiteren Untersuchungen ließ ich mich letztendlich operieren. Momentan habe ich meine längste anfallsfreie Zeit (ca. 1 3/4) Jahre seit die Epi auftrat.
Ich will dir damit keine Angst machen, dir nur zeigen und sagen, dass man auch ein bisschen auf sich selber hören soll. Und erst recht wenn man Probleme mit dem Arzt hat. Ich war mit meinem auch nicht zufrieden, war aber neu in der Stadt und hatte auch nicht so die Zeit und Lust einen neuen zu suchen. Wegen eines Notfalls war ich bei einem anderen Arzt. Der war mir von Anfang an sympathisch. Als er mir sagte, ich könnte dann die nächste Woche die Ergebnisse bei meinem eigentlichen Neurologen nachfragen, fragte ich ihn, ob ich auch ihn fragen könnte und bei ihm bleiben könnte. So fand ich damals meinen Neurologen. Als ich dann 3 Jahre später umzog, "weinte" ich ihm ein bisschen hinterher.
Aber auch in der neuen Stadt fand ich einen Neurologen und war von Anfang an mit ihm zufrieden.
Ich mache mir Sorgen, ob ich vielleicht mal irgendwann zu viel gefeiert haben könnte und so mein Gehirn "zerstört" hab oder so.. wahrscheinlich dumme Selbstvorwürfe.
zu viel Alkohol zerstört zwar die Gehirnzellen, aber dann müsstest du täglich viel zu viel getrunken haben, dass dies jetzt Schuld für die Epilepsie ist.
Ich bin niemand, der arg viel auf Naturheilkunde oder sowas gibt aber ich glaube schon ein bißchen, dass der Körper uns mit dem, was er tut, etwas mitteilen will..
Ich stimme dir zu, auf den Körper achten, schadet niemanden.
Dass die Medikamente einen verändern - insbesondere die Persönlichkeit - ist auch noch eine Angst, ja. Na ja da muss man schauen.
Genau, geh es (so) locker (wie möglich) an.
Ich lese auch immer die Packungsbeilage - und vergesse die Hälfte danach wieder. Ich hatte einmal eine größere Nebenwirkung (Hautausschlag), aber ansonsten nicht mehr wie (frühe) Müdigkeit. Und damit kann ich leben.
Mein Problem ist auch ein wenig, dass ich einen Partner habe, der mich zwar bei allem unterstützen will, selbst aber sehr emotional reagiert, wenn es mir schlecht geht und Vieles auf sich bezieht. Da mache ich mir ein wenig Sorgen, dass eventuell auftretende Veränderungen durch die Medikamente Beziehungsprobleme auslösen könnten.
Ich bin mir sicher, dass dein Partner nur das Beste will. Hier hilft reden, reden, reden.
Ich bin mit meinem Mann seit 1998 zusammen - er hat also die Epi fast von Anfang an mitbekommen - und alle Höhen und Tiefen gemeinsam mit mir durchgemacht. Ich denke, das dies alles unsere Beziehung auch gefestigt hat.
vielleicht habe ich auch gar keine Nebenwirkungen und bekomme nie wieder einen Anfall und alles wird gut :)
Genau. Immer schön positiv denken!!
Viele liebe Grüße
Mondenkind
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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
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dieantje,
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