Gute Epileptologie? ZfP Weissenau - Meiner Meinung nach: NEI

Epi_Patient1979, Monday, 31.10.2011, 16:43 (vor 5405 Tagen)

Gute Epileptologie? ZfP Weissenau - Meiner Meinung nach: NEIN! *1
(*1 = der folgende Artikel entspricht meiner Meinung, basierend auf den Erlebnissen auf Station 2033)

(Teil 1)

Bad Walsdee, den 12.10.2011:

Ich sitz hier mit meiner Frau, die mich gestern aus dem ZfP Weissenau geholt hat. Zum ersten Mal seit einer Woche fühle ich mich wieder sicher und gut aufgehoben. Trotz fehlender Kameras und Mikrofone. Doch immer noch bin ich bestürzt über das geschehene in dieser Abteilung/ Klinik!

Seit nun 18 Jahren leide ich unter Epilepsie. Eigentlich war ich medikamentös gut eingestellt bis es vor etwa 3 Monaten wieder zu Anfällen kam. Wir entschlossen uns zu einer Medikamentenumstellung die “stationär” stattfinden sollte, da die “Rahmenbedingungen” (wie z. B. das Gefühl der Sicherheit durch: Anwesenheit von Ärzten, sofortige Diagnostik und Behandlung nach Anfällen usw.) einfach besser sind. Nach eingehender Recherche haben wir uns für das ZfP Weissenau entschieden. Da sollen ja schließlich hochqualifizierte Ärzte für die Abteilung Epileptologie zuständig sein.
Mit denen hatte ich nur leider gar nichts zu tun. Hätte ich mal besser auf die Negativ-Erfahrungsberichte der anderen ehemaligen Patienten gehört, die im Internet zu finden sind. Behandelt wurde ich von einer Assistenzärztin, die schon bei meiner Aufnahme die falschen Anti-Epileptika notiert und somit verordnet hat, wie ich erst nach meiner “Flucht” erfuhr . Als Kassenpatient bekommt man den Chefarzt im Normalfall vermutlich einmal die Woche bei der “Chefarztvisite” zu Gesicht. Bei mir wäre es durch unglückliche Zufälle (Verschieben der Chefarztvisite und Abwesenheit des Chefarztes) erst nach etwas über zwei Wochen gewesen. Mein Aufenthalt in diesem Krankenhaus war im übrigen für 3 Wochen angesetzt. Die Patientenakte schaut er in der übrigen Zeit vermutlich nicht an, denn ich als Patient war ihm nach sechs Tagen Klinikaufenthalt in unserem nachfolgendem persönlichen Gespräch noch gar kein Begriff. Also, wegen bekannten Kapazitäten in der Epileptologie, so denke ich, braucht man da wohl nicht hin gehen.
Nicht mal eine Woche hielt ich es auf Station 2033 des ZfP Weissenau aus. Als “durchschnittlicher” Mensch kann man dort vermutlich schnell verrückt werden. Denn, naja, schreiben darf man das ja nicht, aber wer mag kann ja mal einen Blick ins Telefonbuch bezüglich der Stationen-Verteilung werfen. (Es gibt dort die Abteilungen 1-10 ( 9 wird nicht mal aufgeführt) Davon ist eine der Epilepsie zugedacht und zu den Anderen…- Neurologen sind häufig auch Psychiater und/oder Psychologen! Ich wurde auf dem Gelände nicht nur einmal von Suchtpatienten um Geld angepumpt)
Wie gesagt, die Aufnahme ging schon schief, doch es wurde nicht besser..
Zuerst musste ich unterschreiben dass die in meinem Zimmer installierten Kameras rund um die Uhr laufen dürfen, bei den Mikrofonen erfuhr ich erst am Schluss so richtig, dass auch diese permanent an waren, da ja manche Patienten bei Anfällen sprechen, wie mich der Oberarzt an meinem letzten Tag aufklärte. Hm, nur komisch, dass er in dem selben Gespräch kurz davor sagte, dass nichts aufgezeichnet wird. Wo ist dann der Sinn??
Hat schon mal jemand versucht ein privates Gespräch mit seiner Frau zu führen, wenn da überall Mikros sind?! Aber auch dafür hatten die Schwestern einen gut durchdachten Rat: “Gehen sie doch mit Ihrer Frau an die frische Luft!”. Wer findet die Idee noch alles blöd, einen Epi-Patienten in der Anfangsphase seiner Medikamentenumstellung in den Park zu schicken? Und irgendwie widersprüchlich, wenn ich an die kontrollierenden Kameras in meinem Zimmer denke, denn schließlich, - so sagten sie- bergen diese Tage -im besonderen die Ersten, ein erhöhtes Anfallsrisiko… Also doch nichts mit schneller Hilfe, Sicherheit und so… Aber in dem ZfP Weißenau kann man wohl nicht alles haben. Wie ein Tischnachbar mehrmals, vor allem beim essen sagte, “Das hier ist ja kein 5- Sterne Hotel!”

Apropos Hilfe, schon in meiner ersten und zum Glück einzigen 1,5-stündigen Ergogruppen-”Therapie” wurden wir darüber aufgeklärt, dass die Therapeutin uns:” Bei einem Anfall nicht fangen darf”, so ihr Wortlaut. Wegen versicherungstechnischen Gründen, war ihre Erklärung. Sicher bin ich mir nicht ob das unter unterlassene Hilfeleistung fällt? Auf meine Beschwerde hin, kam sie sich entschuldigen, wahrscheinlich hätte ich sie Missverstanden. Jep, bei diesem Wortlaut ja auch eindeutig (nicht) möglich....


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