Teil 3

Epi_Patient1979, Monday, 31.10.2011, 16:46 (vor 5405 Tagen) @ Epi_Patient1979

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Die Ärzte in diesem Haus haben meiner Erfahrung nach, meist nur fünf Minuten Zeit. Auch den Oberarzt bat ich um ein klärendes Gespräch. Auf seine Frage wie lange ich brauche, antwortete ich 20 Minuten. Seine Kommentar, dass dies überhaupt nicht gehe, er habe nur fünf. Ist doch sehr patientenfreundlich! Er hat sich weder Notizen gemacht, noch hat er auch nur eine Sekunde dieser 5 Minuten Interesse gezeigt. Am Abend als meine Frau mich abholte, schien er vor uns flüchten zu wollen. Als wir ihn fragten, ob er kurz Zeit hat, antwortete er diesmal, nein er müsse zum Bus. Ja, hier arbeitet er, der erste busfahrende Oberarzt. Gratulation zu dieser umwerfenden Leistung. Menschen scheint er nicht besonders zu mögen, aber Bus fährt er! Allerdings habe ich mich nicht erkundigt ob 18.45 Uhr schon der letzte Bus fährt. Im übrigen, es ging hier um eine wichtige medizinische Frage und er war der letzte anwesende Arzt, der Diese beantworten hätte können. Aber klasse, wie er uns noch über den Flur zurief, die Assistenzärztin habe dies schon mit mir besprochen. Hm, hat sie nicht, aber ich finde es bemerkenswert wie gut er seine Assistenten im Griff zu haben scheint.
Mit der Assistenzärztin war abgemacht, dass ich mich nur dann selber entlasse, wenn sie mir einen ambulanten Therapieplan schreibt. Was ich erhalten habe, war ein einziger Zettel, der ja nun wirklich interessant und sehr aufschlussreich war:
Nicht nur das ich auf diesem Zettel mit nur drei Zeilen feststellen musste, dass ich unabgesprochen eine anderes Medikament bekam (Ergenyl Chrono, statt Ergenyl), war das was ich in der Hand hielt KEIN Therapieplan. Da stand nur der aktuelle Verordnungsstatus. Sie hatte tatsächlich geplant, mir an diesem Tag, an dem ich Mittags wegen dem ganzen Stress eine Tavor (0,5mg) genommen hatte, meine Dosis herunter zu fahren. Ach ja, die Reduktion verordnete sie auch noch ohne den notwendigen, aktuellen Blutspiegel zu haben. Aber hey, der war noch im Labor und sie hatte schließlich um 16 Uhr Feierabend, und außerdem sagte der Chefarzt, dass er es genauso gemacht hätte. Na dann…
Mit der Dosis von drei weiteren Tagen wollte sie mich heim schicken. OK, aber was ist mit Tag vier, fünf, sechs usw.?! Leider sagte sie mir nicht, dass ambulante Behandlung in der ZfP Weissenau bedeutet, dass man weiter herkommen muss, nur eben zum für die Ambulanz zuständigen Arzt, der dann einen Therapieplan macht, so der Chefarzt auf Nachfrage.(Beim Deeskalationsgespräch),auch hier sagte man, dass mal wieder ein Missverständnis vorläge.
Freuen tu ich mich, dass die ZfP Weissenau sich so viel Mühe zu geben scheint, mit einer sinnvollen Patientenbeschäftigung. So musste ich nicht nur zu einer Gruppe die sich “Info zur Krankheitsbewältigung” nennt. Nein, ich musste auch noch in eine für mich komplett sinnlose Psychotherapiegruppe. Ja, ich habe mir Psychotherapie zur Krankheitsbewältigung gewünscht, aber was hilft mir da eine Gruppe, in der ich das Gefühl habe, dass sie mich nur runter zieht?! Aber für mich gab es etwas NOCH sinnloseres: Gruppenergo”Therapie”. Eine junge Frau soll hier angeblich unsere kognitive Leistung im Therapieverlauf beurteilen, sagten ein paar Angestellte. Haben sie schon mal eine Gruppe vor sich gehabt, und dann versucht jeden einzelnen anschließend detailliert und in den feinsten Nuancen, wie es hier nötig wäre zu beschrieben? Keine Chance! Andere wiederum sagten, dass dies Alltagstraining sei. Klar, bei meinem Computerarbeitsplatz ist es auch zwingend notwendig, dass ich Körbe flechten kann. Komischerweise steht Ergo im Therapieplan unter “Gestaltung und Werken” (Eine Schwester sagte dass sich das Spektrum dieser Frau auf Körbeflechten, Seidenmalerei, Töpfern und Specksteinarbeiten beschränkt. Meine Frau empfahl ihnen einen Physio anzustellen, denn der könne wie es aussieht mehr und lässt keine so blödsinnigen Bastelarbeiten machen. Hätte ihrer Meinung nach schon was vom Grundschulniveau frei nach dem Motto “Heute machen wir Mama eine Freude!“ fehlt nur noch die selbst gebastelte Karte dazu. Selbstredend, dass sie ein Physio ist…)
Nur nach diversen Diskussionen gab unter anderem eine Krankenschwester zu, dass dies wohl doch nur eine Beschäftigungstherapie ist. Und hey Leute, wenn das die Schwester sagt!
Sehr großen Wert wird hier angeblich auch auf ausreichend schlaf gelegt.
Wer sich tagsüber mal zwei Stunden hinlegt, wird gerne geweckt. Schließlich könne man ja sonst Nachts nicht mehr schlafen. Schon, nur…


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