Leben mit Epilepsie

Sandra86, Kempten, Saturday, 18.02.2012, 22:50 (vor 5295 Tagen) @ Julia

Also ich fühle mich nicht eingeschränkt (nicht mehr) oder besser gesagt ich lasse es nicht mehr zu.
Ich hab mich nach meinem 2. Anfall ein Jahr lang total eingeigelt und dann kam das Ende meiner damaligen Beziehung und dann dachte ich 'DAS KANNS ECHT NICHT SEIN'
Es ist schließlich mein Leben! Ich will nicht irgendwann zurückblicken und das Gefühl haben das ich wegen dieser Krankheit irgendwas verpasst habe. Ein Jahr lang habe ich meine Freunde vernachlässigt weil ich mich nicht mehr ausm Haus getraut hab. Bin zur Arbeit und wieder zurück. Meinen damaligen Freund hab ich immer alleine weggehen lassen, ausser in der Wohnung waren wir kaum noch zusammen und als Schluss war war auch Schluss mit meinem Leben als Einsiedler! Das ist jetzt schon fast ein 3/4 Jahr her. Ich hab mein Leben wieder aufgenommen. Ich gehe am Wochenende weg. Ich leiste mir mal einen Rausch am Wochenende (trotz Tabletten). Ich denke mir 'Was solls? Fuck off! Es ist mein Leben und ich lebe es so wie ich will und nicht so wie die Krankheit es gerne möchte'
Jeder Arzt würde mich wahrscheinlich ausschimpfen. Ich nehme meine Tabletten zwar immer regelmäßig und bin da sehr genau doch alles andere lass ich schleifen und das ist auch gut so. Ich gehe feiern. Ich trink einen übern Durst. Ich werde bald wieder Auto fahren. Ich geh tanzen und auf Konzerte.
Ja, ich habe diese Krankheit und ich beherrsche sie und nicht umgekehrt. Ich habe mich beherrschen lassen, doch diese Zeiten sind vorbei. Ich will leben und zwar richtig ohne etwas zu bereuen. Ich bin Mitte 20 und will das tun was alle tun, mein Leben genießen.
Wenn ich wieder einen Anfall habe? Ja gut dann hab ich wieder einen! Vielleicht wirft mich das wieder aus der Bahn, doch ich werde mich wieder fangen, ich hab es schon zweimal geschafft also schaff ich es wieder! Weil ich es will. Mir wurden die Augen geöffnet oder habe sie mir selber geöffnet wie auch immer...und das war wichtig sonst wäre ich irgendwann ich Depressionen verfallen.

Unser Leben gehört uns und nicht der Krankheit. Sie darf (!!!!) uns nicht bestimmen.

Was für eine feurige Rede :-)

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Mal gewinnt man, mal verliert man!


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