Aphasie / Dysphasie?

mezeg, München, Monday, 21.05.2012, 21:23 (vor 5201 Tagen) @ mascha

Hallo Mascha,

ich tippe auch auf eine Beschädigung des Sprachzentrums. Bei der OP-Vorbereitung sagte mir der Neuro-Chirurg, dass das Sprachzentrum geschädigt werden könnte :-( !
Als ich in der Nacht danach wach wurde, habe ich mich nach einer Weile daran erinnert und da ich bereits mit der Krankenschwester etwas deutsch gesprochen hatte, versuchte ich etwas französisch. Klappte auch. Der Zufall wollte, dass der Pfleger in der Früh Italiener war, also habe ich mich mit ihm in der Sprache unterhalten. Klappte auch. Also probeweise nur für mich etwas englisch. Auch machbar. Ich döste wieder, da kam der Chirurg und sagte lächelnd, dass alles entfernt werden konnte. Er muss bei der Gelegenheit sich nach meiner Sprachfähigkeit erkundigt haben, 4 Tage danach kam die Chefarzt-Visite und er stellte mich als "Französin mit fünf Sprachen" vor. Hsbe ihn sofort auf vier runtergefahren, aber wie hätte er sonst gewußt, dass ich vier Sprachen kann? Zweisprachig war es klar, aber über die anderen zwei stand natürlich nichts in meiner Akte, er war ihm also wichtig, sich nach meiner Sprachgewandtheit zu informieren.

Der Neurologe verstand sofort und sprach von "Speech Arrest", darüber nicht erfreut, aber nicht ratlos. Habe mich durch Internet etwas informiert, ich kann auf deutschen wie französischen Seiten jonglieren und bekomme so mehr Informationen oder die Bestätigung von den anderen. Aphasie kann sehr wohl in Zusammenhang mit Epilepsie auftreten. Da ich laut Bericht an einer "überhöhten Stressanfälligkeit" leide, kann wohl eben eine Stresssituation mit etwas Verzögerung zu diesen Sprachproblemen kommen. Es geht auch nicht darum, ein Wort vergessen zu haben, das ist ärgerlich aber normal. In solche Fällen gehen mir wie Wellen durch den Kopf und nehmen die Aufmerksamkeit für sie in Anspruch. Ich bleibe aber bei Bewußtsein und weiß, wo ich bin und mit wem aber ich wäre so gerne alleine, um dieser "verschwommenen Erinnerung" nachzugehen, was wahrscheinlich sowieso nicht möglich wäre.

Die Angst habe ich auch, fast Panik, wenn mich so eine Sprachstörung trifft. Ich versuche es zu kaschieren. Der Vorfall aber letzten Freitag mit diesem Radlerfreund hat mir aber Mut gegeben, er nahm es so normal an, als ob ich nur geniest hätte und sagte, ich soll mir doch nichts dabei denken.
Ich habe mich auch in der letzten Zeit zurückgezogen, weil ich eben nicht auffallen will und erklären müssen, was viele sowieso nicht begreifen können /wollen.

Die Radkilometer kommen zusammen, weil ich fast täglich fahre, nicht unbedingt sehr weit aber z.B. 28 km in meiner Wald. Und die Wohnung liegt geografisch sehr günstig. Dazu der Urlaub auf zwei Rädern in meiner Heimat, so lernt man sie am Besten kennen. Ich bin auch früher mit dem Rad zur Arbeit gefahren (aber nicht bei Schnee und Gleiteis) und überschritt eines Jahres die 14.000 Km-Marke. Das geht natürlich nicht mehr! Und "durch die Berge" fahre ich nicht, aber das Alpenvorland ist natürlich hügelig. Gestern bin ich 59 km geradelt, es gab mehrere Möglichkeiten abzukürzen, aber ich hatte einfach Lust, durch die Landschaft zu radeln. Heute 35 KM, zuerst zum Italienisch-Kurs in der Stadt, dann der jüngeren (schlanken) Tochter beim Shopping in der Stadt nachgeradelt. Die eine recht unangenehme Steigung habe ich zwar mit einem niedrigen Gang genommen, sie hat ihr Rad geschoben... Tut manchmal ganz gut zu sehen, dass man doch noch nicht soooooooooooooo alt ist!

Na ja, Leute aus meiner Provinz sind für ihre Granitschädel bekannt!

Dir auch viele Grüße
Mezeg


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