persönliche Einschränkungen wegen Epilepsie

Lerche, Sunday, 10.06.2012, 20:30 (vor 5181 Tagen) @ reli

Hallo reli,

vielleicht sollte ich vorausschicken, dass ich im Osten aufgewachsen bin. Im Unrechtsstaat, wo auf Fernverkehrsstraßen nur 80 km/h (Autobahn 100; viel mehr schaffte der Trabbi sowieso nicht) bei exakt 0 Promille Alkohol am Steuer erlaubt waren, Eltern gezwungen wurden, ihre Kinder impfen zu lassen und so weiter. Kein Wischiwaschi, nö; klare Ansagen, - was für ’ne Gängelei;-) !
Dass es so was wie Epilepsie gab, erfuhr ich erst, als ich meine ersten GMs hatte, so ungefähr mit 18. Dass ich den Motorradführerschein, den ich 2 Jahre zuvor gemacht hatte, daraufhin sofort bei der Polizei abgeben musste, ärgerte mich zwar, erschien mir aber - objektiv betrachtet – logisch. Der Ausmusterungsschein, der kurz darauf im Briefkasten lag, versöhnte mich ein wenig mit dem Schicksal:-) .
Regelmäßige Tabletteneinnahme, ausreichend Schlaf und KEIN Alkohol hießen nun die Regeln, von denen ich die letzten beiden weitere 7 Jahre konsequent missachtete. Dann hatte ich die Nase voll von dem ewigen auf-die-Fresse-fallen, hielt mich an alle 3 Regeln und der Spuk war vorbei. Das ist übrigens am 1.August genau 26 Jahre her:-) .
Als dass mit der Epi begonnen hatte, war ich grad in der Lehre. Auf die Großgeräte durfte ich nun nicht mehr, aber da der Betrieb verpflichtet war, mich einzustellen (nicht zu arbeiten war in der DDR so gut wie verboten), bekam ich einen Schonplatz. Was ein Glücksfall war, denn was da zu tun war, hatte ich eigentlich auch ursprünglich machen wollen.
Dann eröffnete mir irgendwann der NeuroDoc, dass man nach 2 Jahren Anfallsfreiheit wieder fahren dürfte, was ich ihm erst nicht so recht glauben wollte. Meldete mich trotzdem zur PKW-Fahrerlaubnis (das Wort Führerschein gab’s hier nicht, wegen „Führer“) an und bestand die noch kurz vor der Wende für ganze 250 Alu-Chips.

Jetzt komm‘ ich aber wieder voll ins labern… Eigentlich wollte ich doch nur schreiben, dass ich nicht soo schlechte Erfahrungen gemacht hab wie viele andere, von denen ich hier lese. Ist rein subjektiv, vielleicht liegt das auch daran, dass ich nie allzu viel erwarte und Pessimisten kann man ja bekanntlich nicht so leicht enttäuschen…

Schön' Abend & weitere mindestens 26 Jahre ohne Anfall wünsch ich!
Uwe


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