facharbeit

Mondenkind, Sunday, 16.09.2012, 22:12 (vor 5082 Tagen) @ Laura123

Hallo Laura,

hier meine Antworten:

1. Wie geht ihr mit der Krankheit um?

Eigentlich recht locker, sprich ich verheimliche sie nicht unbedingt. Ich binde sie jetzt nicht jedem auf die Nase, wenn aber Fragen kommen, warum ich z.B. keinen Alkohol trinke oder (bis vor einem Jahr) kein Auto fahre, habe ich ehrlich geantwortet (gilt für Freundes- bzw. Bekanntenkreis)

Da ich meine Anfälle von ca. 2002/03 - 2007 nur aus dem Schlaf heraus hatte, gab es auch mit dem Führerschein - und somit mit einer Arbeitsstelle nach dem Studium (bin Diplom-Sozialpädagogin) keine Probleme. Meine Kollegen wussten nichts von meiner Erkrankung.

Als meine Anfälle dann aber 2007 wieder tagsüber kamen, sagte ich es dann doch nach und nach meinen damaligen Kollegen. Sie reagierten geschockt und überrascht ("Wie du??" "Woher kommt das denn?" etc.), haben aber darum nicht meine Arbeit schlecht bewertet oder mir nichts mehr zugetraut. Eine Vertragsverlängerung habe ich auch bekommen.

2. Wie geht euer soziales Umfeld damit um?

Ich bekam meine Epilepsie mit 18 Jahren (1996). Es war ein großer Schock. Mein Mann (ich lernte ihn 1998 kennen) und seine Familie hielten zu mir, ebenso meine Freude und meine Familie. Die meisten von damals sind auch heute noch meine Freunde. Wenn Freundschaften sich aufgelöst haben, lag das nicht an meiner Epilepsie - Freundschaften kommen und Freundschaften gehen, so hart das manchmal auch ist...

3. Inwiefern beeinflusst die Epilepsie euer Leben (Beruf, Sport usw..)?

Mmh... gar nicht so einfach... ich weiß es ehrlich gesagt nicht... Ich kann nicht sagen, was anders wäre oder was ich anders gemacht hätte, wenn ich keine Epilepsie gehabt hätte. Außer das eine vielleicht: Ich hätte früher Kinder bekommen.

Als die Anfälle 2007 wieder tagsüber kamen riet mein Neurologe mir zu einer Reha in Bethel, der ich auch zustimmte. Es folgten einige Untersuchungen, auch noch nach der Reha; und anschließend eine 2. Meinung in Bonn. Dann stand fest: Ich kann mich, mit einer 80 - 90%igen Wahrscheinlichkeit anfallsfrei zu werden, operieren lassen.
Diese fand dann am 14. September 2009 statt - meinen letzten Anfall hatte ich 3 Tage vorher.

Ein Jahr später setzte ich dann eines meiner Medikamente ab (Keppra) und wandelte Oxcarbazepin (600-0-600) in Carbamazepin (400-0-400) um.

Ein weiteres Jahr wurde ich (endlich) schwanger und am 09. Mai dieses Jahres brachte ich eine gesunde Tochter zu Welt. :-)

Also: Es ist etwas später geworden, mit dem Kinderwunsch, wie eigentlich geplant, aber so hat es den Vorteil, dass meine Tochter (sehr wahrscheinlich) nie einen Anfall bei mir erleben wird.

Bei weiteren Fragen kannst du dich gerne melden. :-)

Lieben Gruß
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)


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