Epi oder Psyche?

mikewi, München, Saturday, 20.10.2012, 15:10 (vor 5049 Tagen) @ Tablettenschlucker
bearbeitet von mikewi, Saturday, 20.10.2012, 15:58

Hi Lukas,

ich hatte damals fokale Anfälle, ausgelöst im rechten Schläfenlappen. Der Anfallherd wurde vor 20 Jahren operativ entfernt.

Den Stressigen Job, durch den die Anfälle vermutlich wieder ausgelöst wurden habe ich vor 7 Jahren wieder aufgegeben. Aber die Anfälle blieben. Die kommen aber nicht nur dann wenn ich mal Stress in der Arbeit habe sondern treten auch dann auf, wenn ich mal "zu viel" Sport mache oder mir anderweitig übers Ziel hinaus schieße. Stress soll hier nur ein Synonym sein. Weil mir persönlich der Ausdruck "positiver Stress" nicht gefällt.

Wie ändern sich meine Anfälle:
Anfangs waren sie so wie in meiner Jugend. Ich lief einfach ziellos umher und machte "sinnlose" Sachen, wie zur Zimmertür raus gehen umkehren und wieder rein gehen.
Es waren aber nie Verkrampfungsanfälle oder Stütze.

Dann begann ich irgendwann mal damit mich auf der Toilette zu "verstecken". Warum auch immer. Die Toilette war dann eine zeit lang mein Zufluchtsort.

Dann begann ich auf einmal mich auszuziehen und nackt herumzulaufen. Seltsamerweise aber nur wenn ich zuhause war. So als ob ich erkannte wo ich gerade bin.

Dann traten die Anfälle auf einmal eine zeit lang Nachts auf. Anfangs ging ich ins Bad/ Toilette. Später verließ ich dann sogar die Wohnung. Als ich dann zu mir kam stand ich u. U. im Schlafanzug auf der Straße. Einmal musste ich deswegen sogar den Schlüsseldienst rufen.

Dann begann ich damit aus dem Fenster zu klettern und vom Balkon zu springen. Zum Glück wohne ich im Hochparterre.

Dann war eine Phase da dauerten die Anfälle 5 Min, dann mal 15, dann mal 20 und mom ist alles nach max 3 min vorbei.

Aber nur in der ersten Phase war das Erscheinungsbild ähnlich dem wie damals vor der OP. Anders war nur das, dass jetzt, seit die Anfälle wieder auftreten immer ansprechbar bin. Und die Anfälle schon durch ein Drama im Fernsehen ausgelöst werden können. Dazu muss ich mich aber eben in so einer "Anfallphase" befinden.


Ich hatte ja schon versucht einen einen Psychologischen Rat einzuholen. Aber mich nimmt keiner. Ich werde immer abgewiesen.
Bisher konnte ich lediglich ein einziges Mal einen Termin bei einem Psychiater bekommen und der verschrieb mir Anxut und meinte "Wenn das nicht hilft kann ich Ihnen auch nicht helfen"
Sonst bekomme ich nur Antworten wie "Keine Termine", "Kein Budget mehr", "Nur noch für Privatpatienten und Selbstzahler".....

Gruß
Michael

Hey,

bevor ich dir hier jetzt gleich Ratschläge schreibe, erst ein paar Frage:

Was für eine Epilepsie hattest du als Kind/ Jugendlicher?
Wie sieht dein Tagesableuf beim stressigen Job aus? Hast du trotzdem
genügend Schlaf usw.?
Inwiefern und welche Richtung verändert sich deine Epilepsie?

Falls es wirklich am Stress im Job liegt überlege was du ändern kannst
um Stress zu vermeinden oder reduzieren (z.B. Aufgaben an andere Delegieren)
Falls es die Verarbeitung der Kindheit oder vom Stress der Arbeit ist, denk
doch mal über eine Behandlung bei einem Therapeuten nach. Ich weiß es ist
schwierig sich darauf einzulassen, aber einer Kollegin hats geholfen den
Stress vom Job abzubauen.

Liebe Grüße
Lukas


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