Epilepsie beim 7 jährigem - brauche Hilfe/Rat

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 24.11.2012, 17:28 (vor 5014 Tagen) @ mauki

Hi!

Also auch erst einmal von mir ein Willkommen, auch wenn's natürlich immer schöner wäre, jemanden aus erfreulicheren Gründen kennen zu lernen.

Also als erstes einmal, um Dich wegen den Medikamenten etwas zu beruhigen, denn ich glaube, das ist mit einer der Punkte, die Dir gerade am meisten mit Sorge bereiten, solltest Du zwei Dinge wissen:
Die Nebenwirkungen hören sich bei den Antiepileptika schlimm an und man müsste meinen, dass fast jeder etwas davon abbekommt. Tatsächlich ist es nicht ganz so schlimm. Bei den statistischen Erfassungen werden zum einen anfängliche Nebenwirkungen mitgezählt, die sich, wenn der Körper sich erst an das Medi gewöhnt hat, auch legen können, z.B. Müdigkeit. Eine andere Sache ist, dass jede Nebenwirkung einzeln gezählt wird, also z.B. von einem Patient, der das Medikament allgemein nicht verträgt, leicht 6 oder mehr Nebenwirkungen erfasst werden und das die Statistik nach oben treibt.
Also erst einmal Kopf hoch.

Was ist mit dem Gedächtnisverlust von dem hier so viele berichten?

Führ Dir einfach einmal vor Augen, dass sich in einem Forum wie dem hier viele erst anmelden, wenn's Ihnen irgendwie nicht ganz so gut geht. Die, welche ohne Probleme ein normales Leben führen, melden sich da eher selten zu Wort. Wir repräsentieren hier einfach überproportional stark den Anteil derer, bei denen es irgendwie nicht so gut läuft oder lief.
Ich kann Dir aber aus z.B. meiner Erfahrung sagen, vielleicht hilft's Dir ja - hab Epilepsie mitten in der Pubertät bekommen und nehm die Medis ja jetzt auch schon eine ganze Zeit lang und war nicht immer so lange anfallsfrei wie inzwischen - dass man trotzdem ein Abi in Bayern mit einer 1 vorm Komma schreiben und mit besseren Noten als viele Nicht-Epis studieren kann.

Dem Arzt muss man jede Info aus der Nase ziehen, keine Aufklärung was Epilepsie ist, wie sie entsteht usw.

Ja, bei der Vermittlung von Informationen haben viele Ärzte leider noch deutlich Nachholbedarf. Was ich Dir empfehlen kann, ist, Dich einmal mit solchen Angeboten wie http://www.famoses.de/ zu beschäftigen. Das hier genannte Beispiel ist speziell für Kinder und ihre Eltern gedacht.
Weitere Informationsangebote kannst Du Dir z.B. über psychosoziale Beratungsstellen holen, wie sie z.B. die Rummelsberger Werke anbieten: http://www.behindertenhilfe-rummelsberg.de/angebote_beratung_epilesie.behindertenhilfe

das EEG war auffällig

Haben dir Ärzte näher gesagt, in wie fern auffällig das EEG war bzw. die Epilepsie näher spezifiziert? Gibt ja ein paar EEG-Muster, die für gewisse Epilepsieformen typisch sind. Von Deiner Beschreibung her, hätte ich jetzt einmal spontan - hier mal der Hinweis dass ich medizinisch ungebildeter Laie bin, der sich hier und da mal was durchgelesen hat - auf etwas in Richtung einer juvenilen Absence-Epilepsie getippt. Aber wegen einer besseren Abklärung solltet Ihr, wie Du ja schon den Wunsch geäußert hast, ein Epizentrum aufsuchen. Dort bekommt Ihr auch ein besseres Beratungsangebot.

Also Ciao und wenn Du Fragen hast, einfach weiterhin stellen

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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