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Bianca93, Friday, 01.02.2013, 08:36 (vor 4945 Tagen)

Ich bin 19 Jahre alt und vor einem halben Jahr mit meinem Freund in eine Wohnung gezogen, die sehr weit von unseren Elternhäusern weg gelegen ist. Alles war immer schön und gut, bis er mich am 19.01.2013 bewusstlos in unserem Flur gefunden hat. Wir wissen bis jetzt noch nicht, wie lange ich dort gelegen habe, aber es können bis zu 40 Minuten gewesen sein. Ich wurde sofort ins Krankenhaus eingeliefert.

Dort wurde ich vorerst nur sehr oberflächlich untersucht und musste eine Nacht an Monitoren in der Notaufnahme verbringen. Am nächsten Tag wurde ich auf die Neurologie gebracht und dann fing das große Warten an. Der Sonntag verging, ohne dass sich groß jemand darum kümmerte, ob ich da war oder nicht. Ich konnte nicht alleine gehen, weil mir noch sehr schwindelig war und ich das Gefühl hatte, das mir meine Beine nicht gehorchten. Da habe ich dann auch zum ersten Mal erzählt bekommen, was eigentlich bei mir Zuhause passiert war, ich kann mich nämlich an die ganze Sache gar nicht erinnern, mir fehlen ca. zweieinhalb Stunden.

Montag wurde dann ein Schellung- Test (???) gemacht, Dienstag ein EEG und 24 Stunden Blutdruckmessen, Mittwoch wurde mir ein Langzeit- EKG angelegt und eine Lumbalpunktion vorgenommen. Donnerstag noch ein Schlaf- EEG, weil der Dienstags-EEG auffällig gewesen war, und die Ärzte konnten endlich sagen, was passiert war. Ich hatte einen Grand Mal Anfall.
Das hat mir zuerst nichts gesagt und die Ärztin schien mir sehr in Eile, also konnte ich sie auch nicht genau fragen. Also trug ich es mit Fassung und fand das erstmal gar nicht so schlimm. Ich hatte mich im Internet informiert und rausgefunden, dass viele solche Anfälle haben und danach nie wieder betroffen sind. Aber dann ist mir am Samstag Morgen mein Brötchen durch die Gegend geschossen, ohne dass ich irgendwas dagegen tun konnte. Meine Hand hatte unkontrolliert gezuckt und wieder bekam ich einen Fachbegriff serviert: Fokaler Anfall. Wieder wurde das Internet mein Freund und Helfer und ich weiß ungefähr, was da passiert ist. Seitdem habe ich ständig morgens diese Zuckungen und nicht immer nur in der Hand.

Heute hatte ich ein MRT und die Bilder müssen noch richtig ausgewertet werden, aber ein paar "Auffälligkeiten" seien wohl zu erkennen gewesen und es "könnte auch sein", dass ich einen Tumor im Kopf habe, so der MTA.

Ich bin seit 2 Tagen wieder Zuhause, die Medikamente (Lamotrigin) lassen mich nicht schlafen und die ganze Sache geht nicht nur mir an die Nerven. Mein Freund will mich am liebsten gar nicht mehr alleine lassen, ich darf kein Auto mehr fahren und ich habe das Gefühl, dass ich ständig irgendwie neben mir stehe. Meine Krankschreibung geht bis nächsten Mittwoch, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich dann schon wieder arbeiten kann.

Wie war das bei euch? Seid ihr direkt wieder arbeiten gegangen? Und wie hat euer Umfeld auf den Anfall reagiert? Können fokale Anfälle und Grand-Mal Anfälle gleichzeitig vorhanden sein, oder wären das zwei unterschiedliche Paar Schuhe?

Ich weiß, ich kann es noch nicht Epilepsie nennen und am liebsten würde ich das auch nicht, aber ich weiß nicht, mit welchem Wort ich das hier alles anders beschreiben soll.


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