Sterben

mezeg, München, Saturday, 31.08.2013, 18:37 (vor 4733 Tagen) @ Melusine

Hallo Melanie,

bin auch erst seit kurzem (3 Jahren, ohne jegliche Vorwarnung) damit befaßt und habe mich zuerst heftig dagegen emotional - nicht rationale, die Medis habe ich schon genommen und die Verhaltensregeln zum größten Teil respektiert. Ich schwimme zwar noch aber das Risiko ist es mir wert.

Habe Zeit gebraucht, um es zu akzeptieren, beginnend damit zur Auflösung der Medis den schönsten Löffel zu nehmen, anstatt den scheußlichsten wie am Anfang. Jetzt nehme ich den ersten, der mir unter die Fingern kommt.

Ich habe auch damit aufgehört, mich deswegen zu "schämen" und zu versuchen es zu kaschieren. Dabei gemerkt, daß es von der Umgebung doch gut akzeptiert und integriert wird, wenn man die "Gebrauchsanweisungen" mitliefert. Seit Januar habe ich sogar das Gefühl, daß es aufwärts geht, werde immer mehr unternehmungslustig wie früher, genieße die schönen Stunden und akzeptiere die weniger schönen, weil man das Licht nur sehen kann, wenn es auch Schatten gibt.

Läßt dir ein Bißchen Zeit. Epilepsie kann gut lästig sein aber es gibt doch viel schlimmeres. Wie unseren lieben Familienarzt und engen Freund, der so gerne gut und süß ißt... aß! Als starker Diabetiker muß er nun jeden Tag zur Dialyse, seine Venen sind so geschwollen, daß ein Morphin-Plaster darauf geklebt werden muß... Da ist doch ein gelegentlicher Aussetzer nicht so schlimm, oder?

Nach den GM-Anfällen war ich auch vollkommen erschöpft. Einmal erfolgte es in der Nacht zu Freitag. Ich wußte nicht, was es war und hatte am Sonntag eine Radtour zu leiten... Das Wetter war schön, die Gruppe fröhlich, ich bin zum Treff- und vom Endpunkt direkt geradelt, es waren 142 km. Die Erholung war nötig aber doch nicht so lange!

Wird's schon! Gib einfach Deinem Kopf etwas Schonzeit.

LG

mezeg


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