Homöopathische Therapie?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 30.09.2013, 20:15 (vor 4703 Tagen) @ podi

warum wollen einige Gruppen eigentlich. div. Krankheitsbilder unbedingt ganz anders darstellen? Bei sehr vielem ist es ja kein Problem, diverse Ursachen herzunehmen, doch häufig werden dann immer sonderbarere Ursachen hergenommen, bis zu den extremen, wo die Kranken besessen oder ähnliches sind.

Also grundsätzlich würde ich zu den von Dir genannten Extremfällen sagen, gibt's da eine klassische Motivation, die aber keineswegs auf alle Zutrifft: Man erhofft sich einen Vorteil daraus, jemanden eine alternative Erklärung anzubieten.

Zur anderen Möglichkeit stelle ich einmal eine "ganzheitliche" - nicht fachwissenschaftlich begründet und ohne jeden Anspruch auf Richtigkeit - Hypothese philosophischer Natur auf, für die vielleicht jemand anderes einen oder mehrere wissenschaftliche Belege findet, auch wenn die Erklärung selbst schon wieder in gewisser Hinsicht ein - nichtwissenschaftliches - Indiz für ihre Belegbarkeit sein könnte:

"Die Ursache könnte in der Evolution des menschlichen Bewusstseins für sich selbst und seine Umwelt zu finden sein. Wir sind dank ihr in der Lage die ungeheuer komplexen Zusammenhänge in der Welt zu erfassen, zu ergründen und geben uns seltenst mit Ungewissheit und Unstimmigkeiten in unserem Wissen zufrieden. Wir suchen grundsätzlich für alles immer eine Erklärung und wollen dann noch einen Schritt weiter gehen.
Gleichzeitig suchen wir jedoch nicht nur Erklärungen, wir überprüfen sie ganz automatisch darauf, ob diese auch untereinander lückenlos übereinstimmen.
Wenn wir Erklärungen durch Dritte(im Folgenden auch Dritterklärungen genannt) erfahren und Teile dieser nicht selbst gegenprüfen können, dann hängt der Grad, bis zu dem wir sie akzeptieren und ab dem wir sie verwerfen von verschiedenen Selbstschutzmechanismen ab, vermutlich auch davon, wie viel Nutzen wir uns von dem Wissen versprechen.
Unter der Prämisse, dass wir Dritterklärungen auf ihren Nutzen hin überprüfen, könnte man folgern:
Wir sind bereit, eine Dritterklärung durch eine andere zu ersetzen, wenn sich der Nutzen der bisherigen Dritterklärung in der Praxis für uns persönlich nicht erwiesen hat.
Wenn keine alternative Dritterklärung existiert, die wir in für uns ausreichendem Maß gegenprüfen können, fängt mitunter einer unserer stärkster und schaffenskräftigsten Selbstschutzmechanismus an zu wirken, die Phantasie. Und die arbeitet solange, bis wir eine zufriedenstellende Selbsterklärung gefunden haben. Reicht die Schaffenskraft nicht aus, eine geschlossene Erklärung zu erschaffen, dann wird der Selbsterklärung noch ein weiteres Prinzip, das in allen Kulturen und spirituellen Theorien bekannt ist, das Unerklärliche, hinzugefügt, um die Selbsterklärung abzuschließen."

So, genug Philosophie für einen Abend.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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