Sohn (4) hatte 3 mal plötzlich Anfälle – Ärzte unsicher

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 10.07.2014, 14:37 (vor 4420 Tagen) @ BesorgterVater

Nach dem 3. Anfall ist er nochmal zum EEG, diesmal unter Hyperventilation und siehe da, die Hirnwellen waren diesmal wohl sehr deutlich auffällig. :-(
Der Chefarzt meint es sei eine focale idiopathische Epilepsie und empfiehlt uns Medis zu geben (Levetirazetam, was wohl das gleiche ist wie Keppra, aber in flüssiger Form statt Tabletten).

Naja, immerhin hat man das dann schonmal besser eingrenzen können - musst bei sowas den positiven Teil sehen. Immerhin kann sowas bei einer Behandlung helfen.

Ja, Levetiracetam ist der Wirkstoff von Keppra (da Keppra eben der Produktname vom Original ist und das ja zunächst entsprechenden Patentschutz hatte, wird Keppra oft als Synonym für levetiracetamhaltige Antiepileptika verwendet; kennt man ja von vielen anderen Medis auch); flüssig ist für so kleine Kids auf jeden Fall für's einnehmen angenehmer und deutlich besser zu dosieren.

Wir sind nun sehr hin- und hergerissen: Medis jetzt gleich, oder nicht? Ich habe mit den Medis das Gefühl, nicht die Ursache zu bekämpfen, sondern nur die Symptome. Was ich meine: was wenn der Auslöser z.B. der Hormonspiegel ist, oder das Zuckerniveau? Dann würde ich lieber Medis dafür geben, statt gegen die Epilepsie.

Ich würde, da's jetzt ja auch eine noch deutlichere Eingrenzung gibt, an Eurer Stelle erst einmal den Ärzten vertrauen. Und was das mit der Ursache angeht: Viel ursächlicher behandeln als mit Medis kannst Du Epilepsien auch heute oft noch nicht (außer in den Fällen, wo man was mit einer Gehirnop machen kann und bei Personen mit Auren, die mittels Biofeedbacktraining und z.B. Atemtechni ken die großen Anfälle abfedern/verhindern können; aber das funktioniert auch nicht bei allen).
Die "Blitze im Gehirn" beginnen halt leider auf molekularer Ebene und da setzt man auch mit den Medis an. Selbst wenn man sich die ketogene Diät ansieht, die manchen ja nachweislich gut hilft (wird z.B. bei Kindern mit therapieresistenten Epilepsien teilweise verwendet), setzt die auch ganz weit unten atomar an, indem man die Energieversorung des Körpers von "Zucker" auf sogenannte Ketonkörper (Fettabbauprodukt) umstellt.

Und bei Epilepsien ist es so, dass man oft die auslösenden Alltagsfaktoren nicht komplett meiden kann - und es ist schon bei Erwachsenen, die auch noch ihre Wahrnehmungen schildern können, schon schwer genug, überhaupt solche klar zu bestimmen.
Die Dinge, die Du als Faktoren ansprichst, sind eher Auslöser von Krampfanfällen, denen eine ganz andere Erkranung zu Grunde liegt und weniger etwas aus der Richtung der Epilepsien selbst. Bei Krampfanfällen auf Grund des Zuckerspiegels im Blut wäre man ja z.B. für gewöhnlich eher im Bereich der Diabetes.

Desweiteren: beim MRT wurde im Hirn vorne links eine kleine Zyste festgestellt, allerdings sei das bei einem Kind in dem Alter normal und das könne auf keinen Fall die Anfälle auslösen, sagten die Ärzte. Nun hat man beim EEG festgestellt, dass die auffälligen Hirnströme genau von vorne links kommen - an einen Zufall kann ich kaum glauben...

Naja, das ist wohl mal wieder eine dieser kann/könnte/muss nicht-Dinge. Ich glaub diesbezüglich kommt Ihr mit der Feindiagnostik in einem Fachzentrum weiter als in einer normalen Klinik.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
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Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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