Erhöhte Aggressivität durch lamotrigin

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 04.08.2014, 18:20 (vor 4395 Tagen) @ Kathina

Vor ca. 2,5 Jahren traten leichte Anfälle auf, der Neurologe war sich nicht sicher, ob Migräne oder Epilepsie.

Von was für Anfällen sprechen wir hier denn? "Größere" mit Krämpfen (Grand Mal)? Kleinere ohne Krämpfe aber mit Desorientierung, seltsamen Wahrnehmungen (Auren, einfach fokale Anfälle)?

Welche Alternativen gibt es denn zu diesem Mittel oder ist es überhaupt sinnvoll, etwas präventiv einzunehmen?

Das ist ne schwere Frage in dem speziellen Zusammenhang und sollte lieber von einem Facharzt beantwortet werden, der das Gesamtbild kennt. Es gibt zwar viele Antiepileptika, aber in wie fern die anderen in der speziellen Situation geeignet sind, muss ein Facharzt beurteilen. Ruhig einfach auch einmal eine Zweitmeinung dazu einholen, wenn Du Dir nicht sicher bist.

Was genau meinst Du eigentlich mit "ist es überhaupt sinnvoll, etwas präventiv einzunehmen?" ? Bin mir nicht ganz sicher, wie ich das verstehen soll.

Mein erster Gedanke war, dass Du wissen willst, ob die Einnahme von Antiepileptika generell sinnvoll für Personen mit Epilepsie ist. Da würde ich persönlich antworten, dass es sinnvoll ist, wenn es die Anzahl der Anfälle in einem solchen Maße senkt, dass die dadurch gewonnene Erleichterung (z.B. Fähigkeit, einem normalen Alltag mit Arbeit etc. wie jeder andere zu haben) die Nachteile durch tatsächlich auftretende Nebenwirkungen nach der Gewöhnung (so denn welche auftreten) übersteigt (was natürlich sehr subjektiv und nicht wirklich messbar ist) oder die Anfälle so abgeschwächt werden, dass das Risiko schwerer körperlicher Verletzungen deutlich reduziert wird (wobei man das auch unter "gewonnene Erleichterung" verbuchen kann; wollte den Aspekt nur noch extra reinbringen).

Mein zweiter war, Du meinst damit etwas in Richtung "Bringen denn die Medis überhaupt etwas?" Würde ich klar mit ja beantworten, mit der Einschränkung, dass nicht jeder gleich gut auf die unterschiedlichen Wirkstoffe reagiert und etwas, das dem einen gut hilft, einem anderen gar nix bringen kann und umgekehrt genauso. Auch gibt es einen kleinen Teil sogenannter therapieresistenter Epilepsien, d.h. Leute, die trotz Medis nicht anfallsfrei werden. Falls das für Dich nicht sehr überzeugend klingen sollte, weil Du hier im Forum viele Erzählungen von Anfällen findest: Im Internet findest Du überwiegend den Teil derjenigen, denen es auf irgendeine Art nicht so gut geht oder einmal nicht so gut ging.

Aber irgendwie so vom Gefühl her glaub ich, trifft die Antwort auch nicht das, was Du eigentlich wissen willst.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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