Ich bin gespannt, wo die Reise hinführt

mezeg, München, Friday, 07.10.2016, 10:23 (vor 3600 Tagen) @ Jana.H

Hallo Jana,
meine sonderbare nächtliche Probleme wurden sechs Monate lang bei der Hausärztin mit dem Rat abends weniger zu trinken "behandelt". Bis sie mich zum Neurologen schickte (Juli 2010)

Gründliche Untersuchung mit normalem EEG. Dann zur MRT geschickt, wo das Meningeom entdeckt wurde. Die Radiologin klärte mich über die unvermeidbare OP auf, ich wollte nichts wissen. Sie sagte, ich soll schnelltens zum Neurologen gehen, sie faxt ihm sofort den Befund. So Dringlichkeit hat mich überzeugt, zumindest den Neurologen sofort aufzusuchen, ich radelte sofort hin und wurde ohne Termin gleich rangenommen. Über die Notwendigkeit einer OP war ich inzwischen (fast) überzeugt, wollte es aber auf den Herbst verschieden. Er hat sich wirklich die Zeit (Viertelstunde? Halbestunde?) genommen, es gründlich zu erklären und mich zu überzeugen. Den ersten Termin im KKH hat er mit meiner Zustimmung telefonisch selber festgemacht, ich bat um zwei Wochen dazwischen, um alles zu organisieren.

Im KKH wurde ich "dreifach" orientiert und daher überzeugt: Neuro-Chirurg, Chef-Arzt, OP-Oberarzt. Sofort Keppra, OP zehn Tage danach.

Nach der OP wurde mir Keppra für sechs Monate verschrieben. Nach vorsichtiger Ausschleichung dann doch Anfall. Der Neurologe erklärte mir, im meinen Fall stand die Chance zur Anfallfreiheit auf 50%, ich bin in der "falschen" Hälfte. Lamotrin wurde mir verschrieben. Habe ich akzepiert, wollte wegen den Nebenwirkungen auf halber Dosis bleiben, sagte es aber. Er meinte, es sei zu niedrig und im Blut kaum nachweisbar, wenn ich mich aber dabei wohl fühle, ist es ok.

Hat es nicht. Hat mich dann die Dosis erhöht von sich aus zum Fach-Epilptologen geschickt. In München übrigens... Bei ihm wurde u.a. einen sehr detaillierten EEG gemacht, eine langsamere Reaktion im operierten Bereich nur in diesem nachweisbar. Er schlug Keppra wieder vor, ich wollte bei Lamotrigin bleiben. Dann meinte er, die Dosis könnte "assymetrich" erhöht werden, also morgens, die Anfälle erfolgen nun tagsüber.

Besprechung später beim Neurologen, Erhöhung morgens. Bei der Gelegenheit betonte er seine Rolle als Berater. Mein Internist sagt seinerseits, Arzt und Patient sind ein Team.

Der Neurologe hat die Praxis für einen anderen Bereich verlassen. Mit seinem Nachfolger war ich zurückhaltend. Seine medizinische Fähigkeit habe ich nicht in Frage gestellt, blieb aber menschlich reserviert, habe sowieso nur das Rezept gebraucht. Es lief doch alles normal...

Nach 3 Jahren GM letztes Jahr im Juli, Ursache emotionaler Stress. Er war für Aufdosierung, ich wollte es noch als Aufnahme betrachten. Dezember wieder GM, wieder emotionaler Stress - war übrigens immer der Auflöser. Aufdosierung habe ich dann akzeptiert.

Nochmals im Mai, es wurde wieder Aufdosiert. Ich muß auch betonen, daß er mich jedesmal den Anfall detailliert beschreiben ließ.

Dann vor kurzem wieder ein GM, ein Wasserfall von emotionalem Stress. Diesmal allerdings leichter (habe vor kurzen ausführlich beschrieben)

Wieder ausführliche Besprechung. Ich wollte - zumindest vorläufig, zumindest bis zum nächsten fälligen Rezept - daran arbeiten, mich vermeidbarem emotionalem Stress zu verweigern. Er ließ nicht locker, dies aber sachlich, ruhig. Und richtige Argumente. Radfahren? Er radelt auch, trotz ruhigen Straßen und Radwege könnte ich bei GM auf die "richtige" unter einen LKW landen. Habe geantwortet, daß es mir - "wenn gündlich" - egal wäre... :-D :-D :-D Da hat er schon geschluckt... Mir aber fachlich erklärt, warum es so wichtig ist, gerade jetzt einen deutlichen Sprung bei der Aufdosierung zu machen. Da habe ich ihm gesagt, ich gebe mich geschlagen. Es ging dann nur noch, welche Anzahl von welcher Größe ich zum Zielpunkt (von 300 auf 400 mgr) brauche. Zuerst 25 mgr. Daß ich ihm bei nächstem Rezept rechtzeitig die notwendige Kombination aufschreibe, daß ich weiß in welchen Schritten ich vorgehen muß und die Medikamten nehmen werde, weißt er. Eben weil ich Bedenken, Vorstellungen etc. immer direkt anspreche.

Ich weiß es zu schätzen, daß er sich Zeit genommen hat, um mich zu überzeugen. Es ist wirklich eine offene ehrliche Teamarbeit. Es erleichtert mich die Problematik unheimlich.

Versuche doch mit dem von Dir gewählten Neurologen Klarschiff zu machen. Auch zugeben, daß Du es womöglich zu optimistisch geschätzt hattest.

mezeg


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