Wie viel die meisten über ihre Epi wissen, ich staune immer
also, bevor ich davon vor etwa 7 Jahren betroffen wurde, wußte ich fast nichts darüber. Hatte zufällig einen GM-Anfall miterlebt, es war während einer Weihnachtsfeier (!) vom RK-Helfern. Ich war nur aufgrund Bekannschaft dabei. Es waren doch Profis, ich mußte mich nicht investieren. Über Epilepsie dachte ich damals, es sei angeboren und nicht angeworben. Im Mittelalter endeten Epileptiker "gerne" auf dem Scheiterhaufen, in der Nazi-Zeit in die Gaskammer. Ich wußte von ein Paar berühmter Epileptiker, Paganini, Napoléon, Dostoiewsky. Keine Ablehnung meinerseits, nur die Befürchtung als Zeuge die richtige Reaktion nicht zu kennen. Und das gleiche Verständnis und Bedauern wie für jeden, der mit einem ähnlichen Gesundheitsproblem konfrontiert wird, Diabetiker, Mucoviscidose, Herzschäden, usw, usw.
Als ich persönlich damit konfrontiert wurde, ging es sehr schnell - mußte auch so sein - Termin beim Neurologen, MRT, Beratung im KKH, baldiges Datum für die unausweichliche OP, schnell Vertretung für meine Katze (Miaou!) organisieren, Absage mehrerer Terminen. Ich hatte praktisch keine Zeit um darüber zu grübeln. Auch besser so. Vorbereitungsdauer: knapp vier Wochen, weil ich um zwei Wochen Aufschub zu organisieren bat. Zwischen der Beratung mit drei Neuro-Chirurgen im KKH und OP: 10 Tagen.
Das Gleiche als es sich herausgestellt, daß die OP die Tumor effektiv runterschnitten hat, die Narbe (Linker Schläfenlappen) aber wieder Anfälle - wenn auch anders und besser handelbar - verursacht.
Ab dem Moment, wo die Epilepsie-Diagnose fiel, habe ich von den Ärzten ausführliche Information erwartet und bekommen. Bis auf die Hausärztin, sie nahm meine Beschwerde nicht ernst, es kostete mir so 6 Monate.
Muß auch gestehen, daß ich in der Angelegenheit "vorbelastet" bin. Ein Großvater war Neuro-Psychiater, ich habe selber 2 Jahre Medizin studiert - aus privaten Gründen aufgegeben -, ein Neffe ist Allergologe, seine Schwester gab nach einem Jahr das Medizinstudium auf und wird nun in Naturheilkunde ausgebildet, unsere Familien-Ärzte waren sehr enge persönliche Freunde.
Weiterer Punkt: die Fachbegriffe werden in Deutscher Sprache übersetzt, nur die Ärzte sprechen fachlich. In Französisch bleiben sie griechisch oder lateinisch. Ihr sagt: "Hals-Nasen-Ohren-Arzt" - oder HNO, wir sagen Oto-Rhino-Laryngologist... schön nicht wahr? Meist als "Oto-Rhino" gekürzt.
Habe die Neugier für Medizin behalten und will auch prinzipiell wissen. Ich frage und will Erklärung. Ich bekomme es auch. Habe meist das Gefühl, die Ärzte sind froh darüber. Der Internist sagte mir vor langer Zeit, Patient und Arzt sind ein Team, der Neurologe, er sieht seine Rolle als Berater. Wenn ich eine Behandlung nicht machen will, erkläre ich warum, der Arzt muß mich dann überzeugen. Er nimmt sich auch die Zeit dafür. Bin ich dann doch einverstanden, weißt er, ich werde es tun. Und wenn irgendwann nicht, ihn aufsuchen.
Und sehr wertoller Punkt: Ich habe hier eine Unmenge an Informationen gefunden, Fragen stellen können und Antworten bekommen.
Ich will es eben wissen!
mezeg
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podi,
24.01.2017, 13:32
- Wie viel die meisten über ihre Epi wissen, ich staune immer - Green, 24.01.2017, 15:12
- Wie viel die meisten über ihre Epi wissen, ich staune immer - mezeg, 24.01.2017, 15:12
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Heidi,
25.01.2017, 13:36
- Wie viel die meisten über ihre Epi wissen, ich staune immer - stepl, 29.01.2017, 16:18
- Wie viel die meisten über ihre Epi wissen, ich staune immer - pegasus, 25.01.2017, 16:51
- Wie viel die meisten über ihre Epi wissen, ich staune immer - chrissie, 29.01.2017, 00:16
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stepl,
29.01.2017, 17:09
- Wie viel die meisten über ihre Epi wissen, ich staune immer - Jule NU, 22.03.2017, 07:34