Wie viel die meisten über ihre Epi wissen, ich staune immer

chrissie, Sunday, 29.01.2017, 00:16 (vor 3486 Tagen) @ podi

es ist bestimmt nicht schlimm, wenn du sagst, dass es dir egal ist. Du solltest deinem Neurologen nur möglichst genau mitteilen können wann, wie und wie lange deine Anfälle waren (alles nach Möglichkeit aufschreiben) und wie du deine Medikamente nimmst, auch andere Besonderheiten solltest du dokumentieren. Diese Mitarbeit kann sehr wichtig für den Behandlungserfolg sein.
Meine ersten Neurologen konnten mich auch nicht so für das Thema "begeistern", da war ich noch jugendlich und über die Epilepsie wurde möglichst nicht geredet, es war in den Augen meiner Eltern peinlich.
Mein jetziger Epileptologe, den ich seit ca. 26 Jahren habe, hat mir von Beginn an alles ausführlich erklärt und mich neugierig gemacht. Beruflich komme ich aus der Medizin, was natürlich auch eine Rolle spielt. Sowohl ambulant als auch stationär dauert ein Arztgespräch mit ihm mindestens immer 1-1,5 Stunden. Medizinisches und pharmakologisches wird genauestens erklärt, es wird aber auch über privates geredet, auch von Arztseite aus. Unser Arzt-Patienten-Patienten-Arzt-Verhältnis ist also schon mehr auf freundschaftlicher Basis.
Aber auch meine anderen Ärzte kennen mich genau und erklären sofort ausführlich, da ich sonst Löcher in den Bauch frage.

Ich habe aber auch Verständnis, wenn jemand kein Interesse für die Medizin hat. Diese Person wird Fachkenntnisse in anderen Bereichen haben. Wäre doch schlimm, wenn es nur Mediziner geben würde, wer würde dann Häuser, Straßen, Autos etc. bauen und unser tägliches Brot backen, oder die "niedrige" Arbeit der Mediziner machen???
Also auch vor einem Arzt muss man sich nicht schämen, wenn man nicht so viel Wissen hat. Was meinst du, was der Arzt alles nicht weiß?


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