Ist Epilepsie auch heute noch für viele ein Tabuthema?

Valeska, Monday, 01.05.2017, 15:16 (vor 3393 Tagen) @ Valeska
bearbeitet von Valeska, Monday, 01.05.2017, 15:21

Danke für eure Antworten.

Einerseits ärgert mich das Verhalten der Menschen in den Situationen, die ich beschrieben habe.
Wahrscheinlich fehlte ihnen da der Mut, mich auf offensichtliches (vernarbte Zunge)oder denkbares (mögliches Fahrverbot bei einem "Anfallsleiden"), anzusprechen. Vielleicht wollten sich mich nicht in Erklärungsnot bringen, denn viele Betroffene haben nun mal ein Interesse daran, die Erkrankung zu verheimlichen.

Wobei ich mir denken kann, dass der HNO MEIN Verhalten nicht einmal besonders gut fand. Ihn hat es mit Sicherheit geärgert, dass ich in Verbindung mit einer eventuell anstehenden Vollnarkose nicht auf die Epilepsie hingewiesen habe. Denn dass meine Bissverletzungen daher rühren, wird er vermutet haben. Er scheint sich nämlich mit Zungendiagnostik gut auszukennen, weil er meiner Zunge ansehen konnte, dass ich unter Sodbrennen leide.

Ich stimme euch zu, dass man offen mit dieser Erkrankung umgehen sollte. Denn wir müssen uns nicht dafür schämen!
Ganz toll zu dem Thema finde ich das Buch von Sarah Bischof "Panthertage", wo sie ganz offen und detailliert ihre Anfälle schildert. Bewundernswert finde ich ihre Einstellung "Die Welt soll davon erfahren. Von Epilepsie. Von Epileptikern. Von Anfällen..."
Es sollte mehr solcher Menschen geben, die sich nicht scheuen, die Probleme der Betroffenen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Bis ICH allerdings wirklich offen damit umgehen kann, braucht es sicher noch ein bisschen Zeit. Denn zugegeben, das Verhalten des Arztes, der Sachbearbeiterin beim Jobcenter und meines Bekannten hat mich schon ein wenig verunsichert!

Ich bin jedoch froh, dass meine Schwierigkeiten endlich einen Namen haben.
Endlich kenne ich die Ursache, wenn Kollegen mich angegiftet haben, dass sie mir eine Sache doch gerade erklärt haben, ich aber die Hälfte davon nicht mitbekommen habe. Wenn ich selbst bei Routinearbeiten immer wieder etwas vergaß, Kleinigkeiten zwar, die aber wichtig gewesen wären.
Wenn Freundinnen mich drängten, endlich weiterzugehen, weil ich plötzlich einfach stehenblieb.


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