Sonderbarer Anfallstyp und Anfallsentwicklung

Adam1995, Donnerstag, 24.11.2022, 22:57 (vor 5 Tagen)
bearbeitet von Adam1995, Donnerstag, 24.11.2022, 23:05

Hallo Alle, dies ist mein erster Eintrag in einem solchen Forum. Bisher habe ich nur im Stillen zu mir selbst und maximal meiner Mutter und nem guten Kollegen gesprochen (Meinen Neurologen, den ich seit 4 Jahren habe, ausgenommen). Daher ist das alles neu für mich. Kurz zu mir:

Ich bin 27 Jahre und habe seit jungen Jahren epileptische Anfälle. Vom 6. bis zum 14. Lebensjahr hat ich dann plötzlich aus unerklärlichen Gründen keinen Anfall mehr. Bis vor 5 Jahren hatte ich dann ca alle 2-4 Jahre einen Grand-Mal-Anfall. Seit mehreren Jahren (3-4) nehme ich nun mein erstes Medikament: Lamotrigin (200-0-200mg).

Mein Anfallstyp hat sich die letzten paar Jahre verändert. Den letzten Grand-Mal-Anfall hatte ich Anfang 2020. Seitdem habe ich einen anderen Anfallstyp entwickelt: Der "neue" Anfall geschieht eigentlich immer im Sitzen. Ich fange dann an meinen Oberkörper kreisartig zu bewegen. Erst im kleinen Radius, dann weiter ausgeschwenkt. Das Ganze geht ein paar Minuten. Währenddessen bin ich zwar ansprechbar, aber gebe anscheinend keine sinnvollen bzw. korrekten Antworten. So werde ich zB gefragt, ob ich meine Medikamente genommen hatte und antworte dann mit "nein", obwohl ich sie tatsächlich genommen habe und dies auch weiß. Später erinnere ich mich nicht mehr an das in diesem Zustand Gesagte. Diesen Anfall habe ich mittlerweile ziemlich unregelmäßig aber so alle 3-5 Wochen.

Vor manchen dieser Anfälle habe ich vorher ein komisches Gefühl der Entfremdung. Die Definition von "Derealisation" passt ganz gut. Leider habe ich dieses Gefühl auch einfach so, also auch ohne dass dann danach ein Anfall folgt. Ganz schön ärgerlich.

Zu schaffen macht mir das Gefühl, die letzten Jahre kognitiv "abgebaut" zu haben. Ich glaube, dass ich mir Dinge schlechter merken kann (gehörte Sätze verschwinden wie in einem Sieb, es bleiben -hart ausgedrückt-nur die letzten paar Worte hängen) und mich häufiger verspreche, dazu bin ich auch noch unkonzentrierter. Am Krassesten war es jetzt aber vor ein paar Tagen. Da hatte ich wieder einen "Dreh-Anfall", wie eben beschrieben, tags drauf hatte ich dann mit meiner Mutter was gegessen. Konnte mich dann aber kurze Zeit später nicht erinnern, dass wir dieses Essen bereits gegessen hatten. Hab nur noch die leeren Teller gesehen. So eine krasse Gedächnislücke kannte ich nur, wenn ich Anfälle hatte. Meine Mutter meinte aber, dass ich mich ganz normal mit ihr verständigt habe (sie weiß, wie ich spreche, wenn ich einen Anfall habe).

Dieses Erlebnis hat mir ziemlich Angst gemacht, weil ich nicht weiß, ob das nur der Auftakt zu Weiterem ist. Erst die Veränderung vom "typischen" Grand-Mal-Anfall zu diesem "Dreh-Anfall". Dann Wortfindungsstörung und gesteigerte Vergesslichkeit und nun eine solche Gedächnislücke ohne dabei einen Anfall zu haben.

Meine Fragen an euch:
1. Habt Ihr eine ähnliche Entwicklung vom Anfallstyp her gehabt?
2. Kann es sein, dass Lamotrigin vergesslich und unkonzentriert macht sowie verstärktes "Verhaspeln" auslöst?

Danke im Vorraus für Eure Beiträge!

Grüße Noah


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