Schlafstörungen und Alpträume bei Lamotrigin?

Quenya, Monday, 01.04.2024, 17:06 (vor 81 Tagen) @ Sanktus Achzehn

Hallo Quenya,

Albträume können verschiedene Ursachen haben. Es wäre denkbar, dass für die Schlafstörungen das Lamotrigin verantwortlich ist, was dann ggf., zusammen mit alltäglichen Sorgen, Ängsten oder dergleichen, zu Albträumen führt. Womöglich ist aber auch das Medikament direkt dafür verantwortlich. Oder die Albträume haben überhaupt nichts damit zu tun und eine ganz andere Ursache. Genauer wirst du es schlussendlich erst wissen, wenn du das Medikament nicht mehr nimmst und die Albträume aufhören oder eben auch nicht.

Das Problem bei einem Medikamentenwechsel ist, dass die neuen Medikamente womöglich nicht gegen die Anfälle helfen. Dazu treten eigentlich immer irgendwelche Nebenwirkungen auf. Sehr häufig haben sie leider mit Müdigkeit zu tun. Die Frage wäre also durchaus auch, ob du dich bei einem Wechsel wirklich verbessern würdest. Ein Neurologe schaut natürlich in erster Linie danach, die Anfälle in den Griff zu bekommen. Wenn die Nebenwirkungen jedoch schlussendlich schlimmer sind als die Anfälle, wird gewechselt. Es bringt schließlich nichts, eine negative Sache gegen eine andere negative auszutauschen. Da du extrem unter den Schlafstörungen und Albträumen leidest, wäre in deinem Fall vermutlich ein Wechsel sinnvoll. Bevor du das angehst, würde ich aber erst noch einmal folgende Dinge ausprobieren, sollte das Lamotrigin grundsätzlich gegen die Anfälle helfen:

1. Gut darüber nachdenken, ob dich ggf. Dinge belasten, die ebenfalls / eher für die Albträume zuständig sein könnten. Falls ja, wären andere Schritte nötig, die du gehen solltest.

2. Bezüglich der Albträume las ich auch schon einmal, das jemand Veränderungen erzielte, indem er die Einnahmezeit änderte. Eine Einnahme kurz vorm Zubettgehen gab es Albträume, 2 - 3 Stunden vor dem Schlafengehen blieben sie dagegen aus. Manchmal sind es tatsächlich solche Feinheiten, die Nebenwirkungen verändern können. Manchmal hilft es auch, die Einahmezeiten zu über den Tag zu verteilen, sofern mit dem Medikament möglich. Also statt 1 x täglich, 2 oder gar 3 x über den Tag verteilt. Das müsste aber natürlich mit dem Neurologen besprochen werden. Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert.

Ja, vielen Dank. Da muss ich ersteinmal schauen, was ich schneller machen kann. Zunächst aber ja, erstmal die Zeit der Medi-Einnahme ausgleichen. Noch habe ich keine Verschlechterung gemerkt. Ich muss mal schauen.Unruhiger bin ich schon, aber es geht- Deine vielen Vorschläge machen Mut. Ich gehe da schrittweise vor und werde täglich Buch führen. Und dann kann man weiter sehen.Habe jetzt erstmal wieder einen Termin gemacht und in einigen Monaten werde ich mich dann auch mit meinem Arzt konsultieren.Ich hoffe wirklich, keinen Anfall zu provozieren.

Möglich wäre eventuell auch, dass du z. B. eher Albträume bekommst, wenn du die Tabletten auf einen (fast) leeren Magen einnahmst oder zu wenig am Tag trankst. Solltest du jede Nacht Albträume bekommen, ist es natürlich nicht nötig, aber wenn sie in manchen Nächten auch ausbleiben, schreibe einfach mal eine Zeit lang ein Tagebuch, in dem du konkret notierst, was alles am Tag war. Viel / wenig bewegt, Stress gehabt, (bestimmte) Menschen getroffen, Dinge unternommen, viel / wenig getrunken, viel / wenig gegessen, was gegessen (viel Süßes, viel Fett, viel Obst, viel Gemüse,..., was konkret?) einfach alles, auch wenn es noch so banal erscheint. Eventuell kannst du nach einer Weile einen roten Faden im Verhältnis zu den Albträumen erkennen. Falls ja, könntest du gezielt testen - und ggf. positiven Einfluss auf deine Albträume nehmen, indem du diese Dinge künftig vermeidest, sofern möglich.

Nagut, ich werde alles schrittweise noch aufarbeiten.

3. Vor allem auch: Sprich mit deinem Hausarzt, ob es ggf. ein Medikament gibt, das sich mit Lamotrigin verträgt und dir aber zu einem besseren Schlaf verhelfen kann. Ja, das wäre noch ein Medikament mehr, aber: Epilepsie ist auf viele Jahre hinweg kein Kinderspiel und wenn Lamotrigin hilft und du gleichzeitig die Nebenwirkungen in den Griff bekommen kannst, wäre das ggf. durchaus ein Weg, den du gehen kannst. Einen Versuch wäre es zumindest wert, und dein Hausarzt wird dich auch darüber aufklären, wenn er es für keine gute Idee halten sollte. Und auch mit dem Neurologen wirst du dann beim nächsten Besuch darüber reden und erfahren, ob er zu der Kombination rät, sollte sie helfen, oder ob er eher einen Medikamentenwechsel für sinnvoll hält.

J a mache ich, vielen Dank.

Gruß
:-)


gesamter Thread: