Re: Re: Re: Re: Krampfanfälle und die Angst

Anja Daniel - Zeipelt ⌂ @, Samstag, 04.02.2006, 00:23 (vor 5948 Tagen) @ Hans

Hallo Bianca, es freut mich, dass Dich mein Buch interessiert, es ist auch wirklich lustig und ehrlich geschrieben, so liest es sich besser...
Nun zu Zoloft, ja Du hast recht es ist tatsächlich ein Antidepressivum. Bei mir ist der Hickhack seit meinemAufenthalt in einer Spezialklinik aufgekommen, dass sich die Ärzte nicht mehr einig sind. Die ersten Diagnosen wirst Du ja im Buch lesen, nachdem ich dann in einer Spezialklinik war, meinte der behandelnde Neurologe, dass ich sowohl epileptische als auch psychogene Anfälle hätte. Als ich ihn dann fragte ob ich überhaupt epileptische Anfälle hätte, weil im EEG nichts zu sehen sei, sagte er es wäre Größenwahnsinn zu sagen, ich hätte keine epileptischen Anfälle, das würde er sich nie wagen. Das EEG könne unter Umständen nichts aufzeichnen weil der Anfallsherd zu tief im Gehirn läge und das EEG nur bis zu einer bestimmten Tiefe lesen kann. Mein Neurologe Zuhause war aber dann der Überzeugung, dass ich ausschließlich psychogene Anfälle hätte. Ich bekam dann ca. ein Jahr lang Tegretal und Zoloft und durfte mich dann entscheiden welches der beiden Medikamente ich weiter nehmen wollte, da die Wirkung wohl sehr ähnlich ist. Ich habe mich dann für das Zoloft entschieden, weil ich der Meinung war, dass ich das besser vertrage. Vor zwei Wochen hatte ich nun nach über zwei Jahren wieder einen kleinen Anfall und Gestern beim EEG mit Hyperventilationsprovokation auch wieder, aber im EEG ist nichts zu sehen. Mein Neurologe hält das wieder für einen Beweis für seine Theorie, für mich ist das eher ein Indiz für die Theorie des Krankenhausarztes, zumal es mir seelisch selten besser ging. Ich habe ihm nun mein Buch gegeben und hoffe, dass er sich beim Lesen meiner ungeschminkten Zeilen vielleicht doch ein besseres Bild von mir machen kann. Das doofe ist, laut Doc, kann man die Anfallsformen außer im EEG garnicht unterscheiden und wenn dann der Fall des nicht-mehr-erfassen-könnens vorliegt, was heißt das dann für den Betroffenen? Das Resultat ist doch dasselbe, nur die Behandlung unterscheidet sich. Mir persönlich ist es eigentlich egal welche Pillen ich schlucke und die Psychotherapie hat mir auf jeden Fall gut getan. Ich möchte halt immer nur gerne den Grund wissen und das nervt mich schon etwas. Aber dagegen nehme ich ja die Zoloft;-)) Aber, depressiv bin ich auf gar keinen Fall. Ganz im Gegenteil, lach...

Ganz liebe Grüße aus Mittelhessen
Anja


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