Re: Grand Mal - geht es ohne Medikamente??

Regina @, Tuesday, 06.06.2006, 20:00 (vor 7381 Tagen) @ Sonni

[zitat=Sonni]Hallo,

ich hatte vor 3 Monaten meinen ersten Grand Mal Anfall in einem Einkaufsladen. Er wurde durch alle Symptome begleitet, aber was ihn ausgelöst hat, konnte mir kein Arzt sagen. (Ich hatte weder Alkohol noch sonstige Drogen, ausreichend Schlaf, gegessen etc. - allerding statt im Süden von Deutschland befand ich mich ganz im Norden! Kann die Luft das auslösen???)
Danach war ich noch stundenlang neben der Rolle und komplett verwirrt.

Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich vor etwa drei Jahren einen Reflex-Anfall - durch flackerndes Discolicht ausgelöst - hatte.
Jedoch unterscheiden sich meines Wissens diese beiden Arten von Anfällen, so dass ich davon ausgehe, dass der Anfall vor drei Monaten der erste Grand Mal war. Liege ich damit richtig?
Ich bekomme nun das Medikament Lamotrigin, vertrage es hautmässig allerdings nicht so gut, denn es treten immer wieder Ausschläge auf.
Ich habe allerdings nicht vor, das Medikament länger als die restlichen 2 Jahre meiner Ausbildung zu nehmen, weil ich Angst habe dass mich das Medikament verändert! Ist das möglich, dass die Psyche dadurch beeinflusst wird und ich davon abhängig werde?
Ist mit den schon erreichten 100mg überhaupt schon ein Schutz da?
Ich habe mittlerweile auch schon wieder Alkohol getrunken, hatte unregelmässigen Schlaf und es ist nichts passiert! Heisst das, dass das Medikament wirkt oder kann es auch sein, dass ich eh nur alle paar Jahre einen Anfall hätte? Weil wenn es so wäre, fände ich es sinnlos ein Leben lang Medikamente zu nehmen nur für den Fall, dass irgendwann mal wieder ein Anfall kommt. Macht sich irgendjemand ähnliche Gedanken mit dem Medikament aufzuhören, weil er sich so unsicher ist, ob er sie braucht?
Ich wäre über Tips und Infos sehr dankbar.

Sonni


Hallo Sonni!

Ein Leben lang Medikamente nehmen, falls "irgendwann" mal wieder ein Anfall kommt?

Während der restlichen 2 Jahre Deiner Ausbildung keine Medikamente mehr nehmen, weil diese Deiner Meinung nach Dein Wesen verändern?

Ähem, entschuldige bitte, aber wenn Du meinst, Du allein kannst im Zusammenhang mit so einer Krankheit entscheiden und auch noch auf diese Weise, dann stellst Du Dich der Krankheit überhaupt nicht und gehst ihr aus dem Weg. Die Krankheit soll nicht immer das Thema sein, aber wenn Du häufiger Alkohol trinkst und nicht genügend Schlaf, forderst Du das Unglück selbstredend heraus. Wenn Du meinst, ohne Tabletten die Krankheit in den Griff zu bekommen, dann kannst Du gleichzeitig ungehemmt trinken. Du musst lernen, auf etwas verzichten zu können. So hart das auch ist. Man kann auch ohne Alkohol Spaß haben. Gut. Der Kick dabei ist nun mal der Rauschzustand. Aber im Zusammenspiel mit Alkohol funktionieren die Tabletten nun mal nicht bzw. schlecht. Ich bin jetzt seit 10 Jahren vollkommen anfallsfrei (auch Grand Mal) und muss täglich 4 Tabletten Phenhydan einnehmen. Ich denke auch oft daran, wie schön das wäre, wenn ich doch ohne das Zeug leben könnte, ob ich es sogar eventuell mal wagen könnte, sie abzusetzen. Aber dafür ist mir das Risiko einfach zu hoch, "vielleicht irgendwann" doch mal wieder einen anfall zu bekommen.

So schwer das auch sein mag. Du musst Dich der Krankheit stellen und Dein Leben, vor allem Freizeit, danach richten. Um Deiner Gesundheit willen musst Du dadurch.

Alles Gute,

Regina!


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