Re: Re: Grand Mal - geht es ohne Medikamente??

Kati @, Wednesday, 07.06.2006, 18:43 (vor 7380 Tagen) @ Sonni

Hi Sonni!
Hab seit 6 Jahren Grand-Mal-Anfälle und bin erst seit Anfang diesen Jahres auf Medikamente eingestellt worden (auch Lamotrigin 100 mg). D.h. ich hab also 6 Jahre ohne Medikamente gelebt, nur mit Notfall-Medis (also Diazepam). Da ich vor jedem Anfall eine ziemlich stark ausgeprägte Aura hab, war das manchmal relativ "einfach", den Anfall zu verhindern. Das kommt aber halt immer drauf an, wie lange man das vorher merkt, wie stark ausgeprägt das ist, ob man dann überhaupt noch reagieren kann und wie oft die Anfälle auftreten. Bei mir war's halt nicht so oft, wobei ich auch schon Phasen hatte, in denen sich das alles sehr gehäuft hat. Zu deiner Frage, ob das Medikament in dieser Wirkung was nützt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, auch der Blutspiegel sollte in einem bestimmten Bereich liegen. Allerdings ist es nur ratsam, anfallsauslösende Faktoren auch weiterhin zu vermeiden. Gerade sowas wie Alkohol ist natürlich im Zusammenhang mit Medis auch net sooo toll. Es kann bei dir möglicherweise genauso sein wie bei mir, also dass du nur ab und zu Anfälle hast, aber man sagt, dass die Krampfbereitschaft eines Gehirns herabgesetzt wird, je mehr Anfälle schon aufgetreten sind. Ich habe so lange keine Medikamente genommen, weil ich Angst vor den Nebenwirkungen hatte. Mit Lamotrigin habe ich aber gar keine Probleme und führe im Moment ein ziemlich anstrengendes Leben (hab grad mit meinem Studium angefangen). Da hab ich dann schon eine innere Sicherheit, wenn ich meine Medis nehm. Ich kann dich aber sehr gut verstehen, dass du die Medis nicht dein Leben lang nehmen willst. Ich seh das auch nicht so, dass du dadurch deine Krankheit verleugnest. Du setzt dich ja schon mit der ganzen Sache auseinander. Auf jeden Fall kann ich dir sagen, dass du von Lamotrigin nicht abhängig wirst, d.h. keine Entzugserscheinungen bekommst, sollte es irgendwann mal abgesetzt werden. Aber der Körper gewöhnt sich daran und natürlich v.a. dein Gehirn, also könnte es zu sog. Rebound-Anfällen kommen, wenn es abgesetzt wird. Am Besten, du besprichst das mit deinem Neurologen, er kann dir auch mehr über die Nebenwirkungen und so sagen.
Wenn du möchtest, kannst du mir auch ruhig mal mailen, bin immer froh, zu anderen Leuten KOntakt zu haben, denen es ähnlich geht wie mir!
Liebe Grüße! Kati


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