Re: Rezeptverweigerung

Hanna @, Sunday, 11.11.2007, 10:53 (vor 6858 Tagen) @ Regina Steinert

[zitat=Regina Steinert]Hallo, Zusammen,

wenn man anfallsfrei ist, wie oft muss/sollte man dann zum Arzt?

Ich wohne in Bielefeld, mein Facharzt in Oelde.
Mit Zug, wenn nicht gerade gestreikt wird, gut zu erreichen.
Vom Bahnhof Oelde müsste ich aber mit Taxi zum Arzt.
Ich arbeite vier volle Tage, habe Freitags frei.
Freitags werden bei meinem Facharzt jedoch keine Termine mehr vergeben, weil Herr Doktor dann in Ruhe Gutachten schreiben möchte.
Ich bin noch nicht lange bei diesem Arzt, finde ihn eigentlich ganz nett.
Nun war ich lange nicht mehr bei ihm, weil ich die zweistündige Wartezeit bei ihm als extrem belastend finde.
Obwohl ich keine Anfälle mehr bekomme, stehe ich ständig unter Druck und fühle mich immer durch die Nebenwirkungen auch noch besonders müde und erschöpft.
Auf meiner Arbeit gebe ich alles.
Stehe jedoch unter ständiger Kritik seitens Tausendprozentiger, die dahinter ihre eigene Unsicherheit verstecken. Besonders seitens meiner beiden Schwestern, die eine ist Ergotherapeutin, die andere Musiktherapeutin.
In meinem Leben ist alles in Ordnung.
Ich falle niemandem zur Last.
Ich lebe alleine in Bielefeld.
Meine Familie befindet sich hauptsächlich in Münster und Umgebung.
Über viele Jahre lang bin ich jede Woche nach Hause gefahren. Seit dem mein Elternhaus Ende 2005 verkauft worden ist, mache ich das nicht mehr so häufig, weil ich gemerkt habe, dass die Fahrerei schon mal nicht die Familie zusammen gehalten hat und weil sie vor allem in erster Linie nur belastend für mich ist.
Nun hat mir eine sehr unfreundliche Sprechstundenhilfe meines Facharztes damit gedroht, wenn ich den nunmehr mir zugewiesenen Termin Anfang Dezember auch nicht wahr nehme, würde der Arzt mir nicht weiter das Medikament verschreiben. In gleichem Atemzug hat sie mir aber Instruktionen für das aktuelle Rezept durchgegeben wie Versicherungskarte und 10 Euro. Das Rezept habe ich inzwischen auch bekommen.
Diese Sprechstundenhilfe hat mir auch in einer sehr unfreundlichen Art vorgeworfen, dass ich schon länger nicht mehr da war. Ungeachtet der Tatsache, von wo ich überhaupt komme und dass ich schließlich chronisch krank bin.
Nun wurde mir dieser Termin auch noch an einem Dienstag vergeben, weshalb ich mir von der Arbeit extra frei nehmen muss. Das kennen die gar nicht auf meiner Arbeit, dass ich mal fehlen muss wegen Arztbesuch.
ICh bin Schreibkraft beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in der Außenstelle Bielefeld.
Ich bin 60 % schwerbehindert.
Im Tarifvertrag ist unter dem Punkt Arbeitsbefreiung u. a.
Arztbesuche erwähnt, die nicht außerhalb der Arbeitszeit gemacht werden können.
So oder so finde ich die Behandlung bei meinem Facharzt durch diese Sprechstundenhilfe nicht sonderlich wohl tuend und ich sehe mit sehr viel Angst daher diesem Termin Anfang Dezember entgegen.
Und was mache ich, wenn an diesem Tag die Bahn streikt?
Gibt es dann noch ein größeres Donnerwetter von der Sprechstundenhilfe und vom Arzt und ich kann mir wieder einen neuen suchen?

Liebe Grüsse, Regina[/zitat]


Hallo Regina,
es gibt doch das Epi-Zentrum Bethel in Bielefeld und dort sicher auch eine Ambulanz, in der Du Dich z.B. vierteljährl. vorstellen könntest, was sicher auch Freitags möglich wäre, von dort auch Deine Rezepte bekommst und mit der evtl. gleichzeitigen Blutspiegelkontrolle etwas für Deine eigene Sicherheit tust.

Mein erwachsener Sohn hat seit 2001 Epi mit allen Anfallsformen, ist therapieresistent und auch keine OP möglich. Nach anfänglich vielen Neurologen hat er vor ca. 4 Jahren "seinen" Arzt des Vertrauens im Epi- Zentrum Erlangen gefunden und fühlt sich dort sehr gut aufgehoben. Neben vielen stationären Aufenthalten ist er dort auch ambulant im ZEE und wir können die vierteljährlichen Termine auf Freitags legen, weil das auch für mich der Tag in der Woche ist, an dem ich nicht arbeiten muss. Hast Du es in Bethel schon mal versucht? Liebe Grüße Hanna


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