Re: Re: Rezeptverweigerung, Menschlichkeit

Regina Steinert @, Sunday, 11.11.2007, 13:31 (vor 6858 Tagen) @ Regina Steinert

[zitat=Anton]Hallo Regina,
wenn man anfallsfrei ist und es einem gutgeht muß man gar nicht zum Arzt. Man muß so und so nicht, wenn einem seine Gesundheit egal ist.
Du monierst, dass Dein Neurologe nicht auf Befehl ein Rezept ausstellt. Das muß er nicht und darf es nur unter bestimmten Umständen. Außerdem haben ab Beginn d. J. eine neue EEG-Ornung, die den Arzt verpflichtet, das EEG länger, genauer und öfter zu machen. Das ist nicht seine Erfindung, das ist vorgeschrieben. In welchen Ausnahmefällen kann er von der Rezeptierung ohne vorherige Inaugenscheinnahme und Untersuchung Gebrauch machen? Das ist nur möglich, wenn er den Patienten schon über Jahre kennt, wenn er dich so gut kennt und dir vertrauen kann, Kulanz zu zeigen und zu rezeptieren ohne dich zu sehen, wobei er in diesem Fall die alleinige Verantwortung trägt, falls was daneben geht.
Ich weiß, dass gerade Neurologen, oft wegen anstehender Unterbringungsverfahren, in denen noch nicht einmal Gerichtsbeschluß vorliegt, Gutachten erstellen müssen, um später den Nachweis zu bringen, dass Gefahr in Verzug war.
Eine zweistündige Wartezeit bei einem Facharzt ist heute völlig normal. Es ist so und so nur noch eine Sache der Zeit, bis wir in Orten wie Oelde keine Fachärzte mehr haben.
Was der Druck angeht, unter dem Du dich stehen siehst, kann ich was sagen. Druck erzeugt Gegendruck. Wer will was von wem? Bestimmt nicht der Arzt von dir. Versuche doch einfach mal einen Kleinen beizugeben, führe ein ruhiges Gespräch mit ihm, stelle ihm Deine Problematik noch mal vor, frage ihn doch bitte, ob es nicht eine Lösung gibt, die dich nicht so oft am Arbeitsplatz fehlen lassen muß, alleine schon, damit Du dem Mobbing nicht mehr so ausgesetzt bist.
Wenn Deine Schwestern der Meinung sind, es ist alles in Ordnung, ist das doch gut. Dann geht es dir doch gut. Wenn Du niemandem zur Last fällst, kannst Du stolz auf dich sein, denn Du hast es bestimmt nicht immer leicht gehabt.
Kann es sein, dass dich Probleme ganz anderer Art quälen? Ich hoffe und wünsche dir, dass sich bei dir bald alles wieder einrenkt und Du dich wieder besser fühlst. Denn Ärger macht krank. Man sollte immer sehen, dass die Zahl der "Baustellen" so gering wie möglich ist. Bitte schließe mit Deinem Neurologen Frieden.
Ich wünsche dir gute Besserung und ein schönes Wochenende mit einer Vielzahl an Glücksmomenten.
Liebe Grüße
Anton

Hallo, Anton!

Ich muss mit niemandem Frieden schliessen.
Ich habe geglaubt, ich könnte als chronisch kranker Mensch noch so etwas wie Menschlichkeit und Entgegenkommen erwarten.
Dieses kann man wohl nicht mal mehr in solchen Foren erwarten, wo man demgegenüber eher Menschen vermutet, die einen trösten und auch ev. so was wie Verständnis für einen aufbringen.

Von meinem ersten Atemzug an haben Ärzte mir nur meine Gesundheit genommen und zerstört (Schädigung des Gehirns bei der Geburt).
Sie demgegenüber um ein bisschen Entgegenkommen regelrecht anbetteln zu müssen, geht auch langsam über meine Kräfte.

Früher war Krebs für mich immer die schlimmste aller Krankheiten überhaupt. Manchmal möchte ich lieber Krebs haben als irgendeine andere Krankheit, weil ich dann sicher bin, dass ich diesen Planeten nur für eine begrenzte Zeit noch ertragen muss.

Dass mit "dem Monieren" möchte ich auch noch richtig stellen. Mir ist mein aktuelles Rezept trotz dieser patientenunfreundlichen Äußerung einer schlecht gelaunten Sprechstundenhilfe dennoch ausgestellt worden. Die Dame hat "nur moniert", dass ich mehrmals nicht gekommen bin und hat gesagt, wenn ich zu dem nunmehr anberaumten Termin auch nicht erscheinen würde, dass ich dann zukünftig kein Rezept mehr ausgestellt bekommen werde.

Gruss, Regina


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