Re: Re: Epilepsie-Wie geht es euch nach-und während eines Anfalls

cokie @, Saturday, 15.12.2007, 16:58 (vor 6823 Tagen) @ Teks

[zitat=Teks][zitat=Teks]Hi,

ich möchte dieses Jahr über Auswirkungen von epileptischen Anfällen im pädagogischen Alltag schreiben.Natürlich trifft das wort pädagigischer alltag nicht bei jeden zu, aber ich wollte mal Fragen ob ihr durch den Anfällen einschränkungen habt oder hattet (vlt als Kind)? Und wie ihr euch nach-und während eines Anfalls fühlt. Vielleicht könnt ihr mir ja weiter helfen :) Möchte gerne auch mal die andere Seite sehen... LG T.[/zitat

Sry zur verbesserung:
Auswirkungen von epileptischen Anfällen im Alltag
(psychische und physische siehe Eintrag von Sandra >super Beispiel<, gibt es Einschränkungen (z.B. in der Freizeit)zur eigenen Vorbeugung der Verletzungen (trifftnicht bei jedem zu)

[/zitat]

Hallo nochmal Teks,

ohne das "pädagogische" vor dem Alltag ist deine Frage für mich eine etwas persönlichere... andere eben. Ich habe ne Weile in mich rein überlegt. Und sag ja, ich hab Einschränkungen. Leider sogar jede Menge. Aber ich weiß von meiner Epi nun schon fast 19 Jahre. Meine Einschränkungen wahrnehmen "will" und spüre ich erst seit ungefähr 2 Jahren. Erstnachdem mein physischer Zustand soweit ruiniert war - durch ein Medi, das mich für lange Zeit Anfallsfrei gehalten hat. Dann aber mußte das Medi weg, die organischen Schäden mußten wieder in den Griff bekommen werden und ich habe seither wieder und jetzt mit voller Wucht mit Anfällen, ihren Auswirkungen, mit den neuen Antiepileptika und ihren Nebenwirkungen zu kämpfen. Was sind nun meine Einschränkungen. Haupteinschränkung durch alles das kann ich nicht mehr Arbeiten gehen. Ich bin 41. Hab mal Abi gemacht und nen vielseitigen Beruf gelernt und immer 40 Stunden geschafft, 3 Kinder bekommen und großgezogen und die Familie gemanagt - ich bin von 100 auf 0 ausgebremst worden, es läuft alles auf Sparflamme, sozusagen auf Notbesetzung. Ich krieg grad noch so den Haushalt hin und verlier auch da oft den Überblick, hab zu nix mehr Lust und fühle mich oft einfach wertlos... Und da zeigt sich schon das nächste.Wenn viele kleine Anfälle meine Tage "bereichern" haben sie die Depris im Schlepptau. Die psychischen Einschränkungen. Die kleinen Anfälle sind bei mir Absencen von unterschiedlicher Häufigkeit und Stärke. Manche bekome ich mit, manche nicht. Oft fehlt mir der Faden, dann ist es schwer in Gesprächen mit zukommen, wenn ich mich zu solchen Zeiten überhaupt noch in Gesellschaft traue. Aber auch im Gespräch in der Familie macht das Probleme. Ich kann dann kaum noch folgen. Dagegen können die mir dann kaum noch folgen wenns mir dann mal ein Tag gut geht, weil ich dann die Zeit nutzen will und an diesem Tag oft komplett abgedreht bin... Was meine Familie zum Glück ganz gut mit mir aushält und mit zieht mittlerweile. Bevor es bei mir zu einem Grand mal kommt habe ich meist eine längere Zeit mit hunderten von Absencen. atte ich einen GM kommt danach der erholsame Schlaf und danach fühle ich mich seelisch oft erleichtert. Vielleicht weil ich weiß jetzt ist erst mal wieder Ruhe. Körperlich bin ich dafür total im Ar.... sprich Muskelkater für Tage und meist auch ne aufgebissene Zunge. Aber mit Medis nicht so stark wie ohne. Das schlimmste aber wie gesagt für mich die seelische Geschichte. Es belastet total, eigentlich fühle mich noch sehr jung, aber es geht einfach nix mehr. Wie ein neu neugebauter Rennflitzer dem sie ne altersschwache Batterie eingebaut haben, die man nicht mehr richtig laden kann...
Naja das triffts einigermaßen. Sorry dass ich wieder soviel geschrieben habe, - gestern hat ich nen schlechten Tag- heut dafür nen guten zum schreiben.
Danke fürs Zuhören ...oder besser Lesen ;-)
Liebes Grüßle Cordula


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