Ich bin neu hier

Andreas, Thursday, 27.05.2010, 08:35 (vor 5929 Tagen) @ Tom vom Berg

Hallo Tom vom Berg,

genau um diese Sache geht es mir hier in diesem Forum. Das Thema Naturheilkunde-Schulmedizin ist leider sehr emotional, d. h. die Schulmediziner werfen den Naturheilkundlern Unwissenschaftlichkeit, mangelnde Ausbildung usw. vor, die Naturheilkundler den Ärzten wiederum eine unmenschliche Apparatemedizin, Pharmahörigkeit usw. Und der Patient steht irgendwo dazwischen und muss sich seine eigene Meinung bilden. Das ist alles andere als eine günstige Ausgangsposition, oder?

Über die Entstehung von Krankheiten gibt es ja verschiedene Theorien (Deine ist nicht ganz so verbreitet :-D) und daher auch unterschiedliche Therapieansätze. Das ist ja auch ganz gut so, andernfalls könnten wir uns von Computern analysieren und behandeln lassen.

Die Auswirkungen der homöopathischen Mittel auf den menschlichen Körper sind durchaus gut erforscht, nämlich durch die wie ich finde geniale Idee der Arzneimittelprüfung an Gesunden. Zu Hahnemanns Zeit (S. Hahnemann, Begründer der Homöopathie) war die Medizin auf einem Stand, dass sie verschiedene Mixturen verordnet hat, deren Inhaltsstoffe teils hochgiftig waren (z. B. Quecksilber) und deren Wirkung auf den Organismus völlig unklar war (Schulmediziner können mich jetzt hier steinigen, oder aber das Organon lesen, da werden die damaligen Methoden gut beschrieben). Genau das hat Hahnemann kritisiert und er hat gefordert, dass die Wirkung der verordneten Arzneien bekannt sein muss. Daraufhin - und nach dem berühmten Chinarindenversuch - hat er die Arzneimittelprüfung an Gesunden eingeführt. Ein gesunder Mensch nimmt also so viel von einer Arznei, bis er Beschwerden entwickelt. Und daran sieht man dann, wie ein Mittel wirkt.

Aus heutiger wissenschaftlicher Sicht weiß man daraus allerdings nicht, welche Stoffwechselprozesse im Gehirn, in der Leber usw. ausgelöst werden. Und da die Mittelverordnung in der Homöopathie auch immer individuell ist, dürfte dies herauszufinden auch sehr schwer sein. Außerdem ist es wie Du bereits gesagt hast: an homöopathischen Mitteln ist kein Geld verdient.

Die Schüßler-Therapie verfolgt ja einen anderen Ansatz. Die Entwicklung in der Schüßler-Therapie sehe ich derzeit etwas kritisch, da teilweise sehr viele Mittel auf einmal empfohlen werden. Außerdem ist auch diese Methode nicht ganz nebenwirkungsfrei, wie man immer so schön behauptet.

Schönen Tag noch.

Andreas


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