Rolando-Epilepsie
@Andreas
1. Um einschätzen zu können, ob die Teilleistungsstörung von den Medikamenten kommt, müsste man beurteilen, wie die vorige Entwicklung des Kindes war. Beim Tanjas Sohn wurden bereits im Kindergarten Auffälligkeiten festgestellt, wobei man differenzieren muss, ob es sich um Verhaltensauffälligkeiten oder Gedächtnisstörungen gehandelt hat.
Retrospektiv kannst du da im Hinblick auf Teilleistungsstörungen wohl schlecht etwas beurteilen, wie auch ?!
Theoretisch ist es sehr wohl möglich, dass ein Kind mit derartigen Problemen lange bevor sich ein Anfall zeigt, das typische Rolando- EEG-Muster hat.Üblicherweise werden nur erst dann EEGs gemacht, wenn der 1.Anfall passiert ist.
Um einschätzen zu können, ob die Teilleistungsstörungen tatsächlich von dem Medikament kommen, müsste man rein theoretisch jetzt unter bestehender Medikation eine neuropsychologische Testung machen und anschließend unter einer veränderten (oder auch unter keiner) Medikation.
2. Die Rolando-Epilepsie zählt doch zu den "gutartigen" Epilepsieformen mit partiellen Anfällen, die oft in langen Zeitabständen auftreten.
Auch bei der Rolando-Epilepsie können Anfälle durchaus täglich, in seltenen Fällen auch mehrmals täglich vorkommen. Die Bandbreite ist auch hier enorm, von Grand-Mal, über Hemi-Grand-mal, partiellen Anfällen mit erhaltenen Bewusstsein ist auch hier alles vertreten.
Demzufolge ist nicht davon auszugehen, dass es durch die Anfälle zu einer organischen Hirnschädigung kommt.
Hirnschädigungen? Da gehe ich auch bei meinem Kind nicht von aus, dass die Anfälle Hirnschädigungen verursachen (jetzt mal abseits von einem Status oder längeren Anfällen mit einer Zyanose). Wie kommst du darauf?
Und so wie ich das sehe, wird auch nicht in jedem Fall medikamentös behandelt.
Das ist wiederum abhängig davon, welche Art Anfälle, in welcher Häufigkeit, zu welcher tageszeitlichen Verteilung sie passieren und als wie belastend sie empfunden werden.
Wäre es unter diesen Gesichtspunkten nicht also sinnvoll, eine Medikamentenumstellung vorzunehmen, wenn nahe liegt, dass es durch die bisherigen Arzneien zu einer Teilleistungsstörung kommt, auch wenn man dadurch das Auftreten weiterer Anfälle riskiert?
Das ist eine Frage, die man besser mit dem behandelnden Arzt klären sollte,als hier darüber Spekulationen anzustellen, woher die Teilleistungsstörungen denn nun kommen.
3. Gibt es eine Erklärung für das Zusammenspiel der Rolando-Epilepsie mit Teilleistungsstörungen?
Das wird durchaus kontrovers diskutiert, ob und inwieweit beispielsweise ein epileptogener Focus in sprachrelevanten Bereichen zu den unterschiedlichsten Problemen im rezeptiven oder expressiven Sprachgebrauch führen können.Forschungsbedarf besteht da sicherlich noch.
Studien und wissenschaftliche Arbeiten findet man z.B. in Google Scholar oder Pubmed (aber das weißt du doch sicherlich)
Viele Grüße
Ela
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