Hilfe, werde "dümmer"

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 12.05.2012, 12:14 (vor 5210 Tagen) @ podi

Darf ich anmerken, dass das ein allgemeinbekanntes, gesellschaftsweites Problem in der Schicht der über zwanzigjährigen ist, welches in vielen Fällen darauf zurückzuführen ist, dass sich im Alltagsleben im Beruf viele einfach zu sehr auf die Rechtschreibprüfung von Programmen verlassen?
Unser Gehirn lernt dabei, dass es sich in diesem Punkt nicht selbst mehr groß mit der Thematik beschäftigen muss. Wir klicken nur noch auf "korrigieren", ohne uns tiefer mit dem Fehler zu beschäftigen. Oder wir geben es falsch bei Google ein und kopieren uns das richtig Geschriebene heraus, ohne dies richtig bewusst zu verarbeiten.

Das geht inzwischen sogar soweit, dass die FH Hannover in einem ihrer Empfehlungsblätter zum Schreiben von Bachelor/Master/Dr-Arbeiten von der Nutzung von z.B. Autokorrektur abrät, da diese zum einen Text nicht nur zum falschen Wortlaut hin korrigieren können, sondern dadurch auch falsche Rechtschreibung fördern können, wenn jemand den Text ohne Hinterfragen immer wieder liest.

Aber um die Rechtschreibprogramme nicht ganz einseitig abzustempeln, möchte ich nicht verschweigen, dass es im Bezug auf Schulunterricht mit modernen Medien einige Erfolge bei Schülern mit starken, wie auch immer gearteten Rechtscheibschwierigkeiten gab, wenn man ihnen eine Zeit lang ermöglichte, parallel zu ihren Arbeiten ein digitales Wörterbuch mit sich zu führen - oder z.B. ein Schreibprogramm zu nutzen, welches zwar Wörter mit fragwürdiger Rechtschreibung markiert und auf Wunsch eine breite Auswahl an Verbesserungsvorschlägen gibt, diese jedoch nicht selbst umsetzt oder einschränkt.
http://www.lehrer-online.de/dyn/bin/379930-379942-1-rechtschreibhilfen-fachartikel.pdf

Wichtig ist und bleibt in meinen Augen letztendlich, den aktiv geschriebenen Wortschatz nicht schrumpfen zu lassen, was leider heute sehr schnell passiert. Sogar der in vielen Büchern verwendete Wortschatz scheint mir persönlich zu schrumpfen(zumindest finden sich meiner Empfindung nach in älteren Büchern leichter Synonyme).

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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