Mobbing

mezeg, München, Saturday, 03.11.2012, 17:42 (vor 5035 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

nach langem Grübel darüber frage ich mich, ob es "retourner la crêpe" nicht interessant wäre, also den Pfannkuchen wenden, wie denkt wohl der Gegenüber??

Vielleicht will er einfach nur bestmögliche Arbeit erreichen und läßt nicht locker, weil er denkt, daß es trotz Epilepsie doch geht, daß man Dich nicht wegen Epilepsie abschreiben soll? Daß Du die Probleme nicht mehr grundsätzlich auf die Epilepsie zuschieben solltest, wo es doch Auswege gibt, die Du nicht siehst - oder aus Angst nicht sehen willst?

Oder sogar denkt: "Sie weißt, daß sie nicht gekündigt werden darf und erlaubt sich einfach alles" ????????????

Mal positiv auffassen: Ihm gegenüber zugeben, daß Deine Arbeit nicht so gut ist, wie Du selber es möchtest und wirklich anstrebst. Den Guerrilla-Krieg (bitte anders formulieren!!) stoppen und "Retour à la case départ", zurück zum Ausgangspunkt. Was läuft nicht gut (in Details, nicht allgemein)? Wie könnte man es verbessern? Deutlich zeigen, daß Du ihn nicht als Feind betrachtest sondern als Autoritätsperson, die Dir Hilfe und Unterstützung direkt oder über Kollegen zukommen lassen könnte?

Hatte vor etlichen Jahren einen Seminar über beruflichen Zwischenbeziehungen mitgemacht. Hoch interessant, wir hatten u.a. Konfrontationen nach einem bestimmten Muster zu spielen, um sie danach zu diskutieren. Mir wurde die Rolle eines Lehrlings zugeteilt, der einen gravierenden Fehler begangen hatte. Ich gab den Fehler zu und mein Bedauern darüber, sagte, ich möchte es in Zukunft besser machen, bräuchte aber Erklärungen und Unterstützung seinerseits und bat darum. Die Rolle vom Chef wurde von einer Frau gespielt, die unheimlich eisig und unnachgiebig war. Dabei spielte sie nicht einfach ihre Rolle besonders scharf, es war deutlich zu merken, daß sie es persönlich so empfindet. Ich versuchte - als unbeteiligte Erwachsene - immer wieder ihr eine Lösung anzubieten, sie blieb unnachgiebig. Nach der Szene war ich ziemlich geschafft und sogar den Tränen nach. Der Dozent unterstrich aber, daß ich richtig verhandelte hatte (Fehler zugeben, Besserungbestreben, Bitte um Hilfe) und beurteilte das Verhalten der "Chefin" sehr negativ.

Vielleicht gibt es in Deiner Reichweite (VHS? DGB?) ähnliche Seminare. Da könntest Du über Dein Problem reden und von unabhängigen Fachleuten Bewertung und Ratschläge bekommen. Wenn man so eine Szene mal "gespielt" hat, kann man sie in der Realität viel lockerer durchziehen.

mezeg


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