Hilfe
Hallo Anke,
die Frage ist schwer zu beantworten ohne zu wissen was für Anfälle du hast. Soll heißen. Ich habe "nur" petite mal Anfälle, die nur mittelbar gefährlich sind (davon allerdings durchschnittlich 100 Stück im Monat). Sie sind hypermotorisch und die kann man leicht kontrollieren. Ich versuche, so wenig wie möglich alleine zu sein. Wäre ich nicht verheiratet, würde ich in eine WG oder in eine Art betreutes Wohnen ziehen, aber das führt hier zu weit.
Hast du das Beruhigungmittel geprüft? Als meine Epilepsie mich fertig machte, wollte mein Therapeut mir ein Anti-Depressiva verschreiben, aber das konnte er nicht, weil diese in die Gehirnchemie eingreifen und daher Wechselwirkungen mit den Anti-Epileptika hervorrufen könnte. Vielleicht ist das bei Beruhigungsmitteln auch so. Ggfs. solltest du deinen Arzt fragen.
Ansonsten hat meine Frau mir eingetrichtert, die Denkweise zu ändern und jeden Tag, an dem ich keinen Anfall habe, im Gedächtnis zu behalten. Es ist schwer und scheint im ersten Moment sinnlos, aber auf die Art wirst du feststellen, dass die Anfälle dein Leben nicht im Griff haben sondern du!
Überdies gehe ich offensiv mit meiner Krankheit um, denn wenige erkennen einen Anfall, wenn sie nicht bescheid wissen. Wenn man aber selbst weiß, dass die Mitmenschen wissen, wie sie sich verhalten müssen wenn du einen Anfall hast, ist man selbst auch beruhigt.
Darüber hinaus kann das Leben selbst Geschenke bereit halten. Ich hatte mal einen Anfall in einer Bahn und die Menschen, die mit mir in dem Vierer-Abteil saßen, haben sich wunderbar um mich gekümmert. Das hat mir gezeigt, dass die Menschen nicht so teilnahmslos sind, wie ich lange dachte.
Das hat bei mir geholfen. Ob es bei dir wirken würde, weiß ich nicht. Dazu weiß ich zu wenig über dich.
Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück. Halt den Kopf hoch und lass dich nicht unterkriegen.
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