Attest für Betreuung von Kindern verweigert!

Mondenkind, Saturday, 02.11.2013, 00:37 (vor 4671 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg,

ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst, denn ich habe mal was ganz ähnliches erlebt. Vielleicht kennst du die Geschichte auch, ich habe sie hier schon zwei, drei mal mehr oder weniger ausführlich erzählt...

Aber hier noch einmal das Ganze:

Ich betreute seit Anfang der 90er Kinder und Jugendliche in Freizeiten und Zeltlager der katholischen Kirche. Als 1996 die Anfälle auftraten, gab es deshalb aber nie Probleme. Wir waren uns alle sicher, dass wir es schaffen und keiner hatte Angst vor meinen Anfällen oder so.

Während meines Studiums sah ich dann an der Stellenangebote-Tafel einen Aushang für Freizeitbetreuung in der Nähe. Es klang interessant und ich meldete ich dort an. Von meiner Epilepsie erzählte ich erst mal nichts, ich war seit fast einem Jahr anfallsfrei.

Im nächsten Jahr traten plötzlich wieder Anfälle (1 - 2 im Vierteljahr) auf. Und so wie ich es bisher immer gemacht hatte, war ich ehrlich und sagte der Leitung dort, dass ich Epilepsie habe. Ihr Kommentar daraufhin war jedoch "Na, Mondenkind, dann müssen wir mal schauen, ob du dann überhaupt noch mitfahren darfst". Ihre Aussage traf mich wie eine Faust in der Magengegend... Was sollte denn das jetzt heißen??

Es gab noch einige Gespräche. Sie wussten, dass Stress Anfälle auslösen kann... was wäre also, wenn ich einem Kind ein Pflaster kleben muss oder es sich gar schwer verletzt hätte?? Dann wäre ich ja im Stress und ich könnte einen Anfall bekommen. Dass ich (damals noch nicht) wusste, was bei mir die Anfälle auslöst, ich aber sagen konnte, dass sie eher in Ruhephasen auftreten, dass war ihnen egal. Oder (noch besser): Ich könnte einen Anfall haben, ein Kind würde sich so erschrecken, dass es auf die Straße (die direkt an unserem Haus war) vor ein Auto laufen. Wie sollte man dass denn dann den Eltern erklären??

Im Endeffekt einigten wir uns darauf, dass ich sozusagen als "Minderjährige" mitfahre und die Kinder nicht alleine betreuen darf - Voraussetzung: Die anderen Betreuer stimmen zu. Diese hörten sich die Geschichte an und entschieden sich dann 3:1 gegen mich (wovon 3 von ihnen im Vorjahr schon mit mir eine Freizeit betreut hatten).

Seitdem bin ich vorsichtiger geworden, wem ich was von meiner Epilepsie erzähle und wem eher nicht. Meinem letzten Arbeitgeber z.B. habe ich es erst erzählt, als die Anfälle tagsüber auftraten und ich plötzlich kein Auto mehr fahren durfte.

So, ist nun doch ein bisschen mehr geworden - habe die Story nochmal ausführlich erzählt ;-)

Ich hoffe, dass es bei dir anders ausgeht - dein Neurologe wird die Sache schon richten. :-)

Lieben Gruß
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)


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