Ich bitte bitte bitte um Antwort !!!!

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 08.08.2014, 20:10 (vor 4391 Tagen) @ Easybabe88

Oder ist es vielleicht die Firme "Dura" von der mein Lamotrigin ist oder ist der Wirkstoff bei jeder Firma gleich ???

Der Wirkstoff ist bei allen Präparaten, wo Lamotrigin draufsteht, identisch. Sie unterscheiden sich lediglich in Zusatzstoffen in den Tabletten, die z.B. die Geschwindigkeit der Wirkstoffaufnahme in den Körper beeinflussen. Dementsprechend unterscheiden sich die Beipackzettel weitestgehend auch nur in den Teilen, in denen Nebenwirkungen durch Zusatzstoffe hervorgerufen werden können (was selten der Fall ist, weil die Hersteller ihr Medi ja einer breiten Masse zugänglich machen wollen, um mehr Gewinn zu erzielen).

Jetzt frag ich mich, ich soll das nehmen weil der Neurologe im Krankenhaus meinte so könne ich komplett Anfallsfrei werden, sodass ich nichtmal alle3 Jahre mit einem rechnen müsste, und im Beipackzettel steht dann sowas...... soll das nicht eigentlich dagegen helfen ???

In den Beipackzettel muss alles, auch die seltenen Dinge, die bei vielleicht einem einzelnen von 100.000 auftreten oder auch wenn es den begründeten Verdacht einer Nebenwirkung gibt.
Und bei neurologischen Erkrankungen sind die Beipackzettel schon alleine voll von denen, weil es immer einen Anteil von Patienten gibt, die das von Anfang an bekommen und sich dann die Krankheit im negativen Sinne entwickelt und sich nicht immer eindeutig zeigen lässt, ob es ohne Medikament anders verlaufen wäre. Und im Zweifel ist es für die Pharmaunternehmen aus rechtlichen Gesichtspunkten besser, alles eventuelle mit aufzunehmen (auch wenn in Anbetracht des Noceboeffekts, also gefühlte/auftretende Nebenwirkungen nur durch das Wissen um die Möglichkeit solcher, das manchmal vielleicht nicht so sinnvoll erscheint und mehr verunsichert).
Das Problem ist da mitunter auch, dass man hier oft keine typischen Vergleichsstudien mit Patienten ohne Behandlung fahren kann, weil Epilepsie von den Auswirkungen her zu den Erkrankungen zählt, wo es ethisch schwer zu vertreten ist, jemanden aus Studiengründen ein Medikament wissentlich vorzuenthalten. D.h. man macht ggf. statistische Abschätzungen mit einem größeren Fehlerintervall um einen juristischen Puffer zu haben und dann wird die Liste länger.

Muss ich jetzt Angst haben das ich vom Gelegenheitsanfall zum richtigen Epileptiker werde und täglich Anfälle erleide oder ähnliches oder ist das wieder nur so "typisch beipackzettel"........ mein artz sagt immer "es sind schon mehr menschen während des lesens der nebenwirkungen gestorben, als an den nebenwirkungen"

Ja, der Spruch von Deinem Arzt trifft's gut. Lass Dich auf jeden Fall nicht kirre machen. Mein Beipackzettel sieht genauso schlimm aus und ich merk keine einzelne Nebenwirkung und mir hilfts. Wenn sich irgendwelche Nebenwirkungen bei Dir zeigen sollten, kannst Du ja je nach schwere sofort zum Arzt gehen und der Dich, wenn's notwendig ist, davon absetzen und Dir ein anderes verschreiben. Und wenn Du hier Schilderungen von Nebenwirkungen lesen solltest, mach Dir bewusst, dass Du hier im Internet mehrheitlich diejenigen etwas schreiben findest, die entweder Probleme hatten oder haben, so gut wie gar nicht die, denen es von Therapiebeginn an gut ging. Und falls es Dich aufbaut:
In z.B. einer englischen Feldstudie, die schon einige Jahre her ist und seitdem sind die Behandlungsmöglichkeiten noch etwas besser geworden, blieben 62% der Patienten mit regelmäßigen Anfällen unter Therapie über die ganzen 9 Jahre anfallsfrei, die Quote bei denen mit Gelegenheitsanfällen lag noch deutlich drüber. Also stehen Deine statistischen Chancen, da Du ja so schon selten Anfälle hast, doch sicherlich ganz gut.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


gesamter Thread: