viele kleine absencen
Hallo Mona,
ich wurde sehr spät wegen gutartiger Hirnhauttumor von Epilepsie getroffen. Nach der erfolgreichen OP glaubte ich, damit fertig zu sein. Pech, die Narbe verursacht eine andere Art der Epilepsie, keine Hoffnung auf Besserung.
Ich wurde auf Lamotrigin gesetzt. Es hat etwas hin und her an Zeit gebraucht, um die richtige Dosis zu finden.
Noch belastender für mich war die Akzeptanz. Habe ziemlich lange versucht, es zu verheimlichen, obwohl ich sehr schnell von GM-Anfällen befreit war. Es gab eine ganze Zeit "kleine Störungen": Unwohlsein, Müdigkeit, Unfähigkeit sprachlich zur Kommunikation, formloses Brei statt richtige Gedanken. Dazu auf ziemlich breiter Basis soziale Ablehnung, sogar innerhalb der Familie "Du bist behindert!". Habe mich viel zu oft auf meine Insel zurückgezogen.
Vermute, daß das Kurzzeitgedächtnis in solchen Fällen nicht gut funktioniert, habe das Gefühl vom gesagten Wort nur die letzte Silbe kurz aufzunehmen aber nicht speichern zu können. Und beim Lesen die letzten Buchstaben.
Bis ich angefangen habe, die Lage so zu akzeptieren. Schließlich sind meine Probleme jetzt minimal und ich stehe dazu. Auch wenn ich plötzlich Unverständliches sage, verblüffte Reaktion seitens des Gegenüber kontastiere und Gesagtes/Gelesenes nicht aufnehmen kann.
Vom Fall zu Fall habe ich darüber informiert. Meist kam die Frage: "Was sollen wir in so einem Fall machen?" Meine Antwort: "Einfach in Ruhe lassen". Langjährige Freunde haben über meine Sprachblockaden nur gelacht: "Du sprichst nicht langsamer als früher"...
Jetzt geht es mir gut. Habe wieder soziale Kontakte, z.B. Kinder einer integrativen Schule Handarbeiten beizubringen, was mir viel Anerkennung und tiefe Freude bringt. Ab und zu ausgehen, in einen Sportverein wieder aktiv einzusteigen, usw.
Mit dieser Situation muß ich natürlich gewiße Änderungen akzeptieren: regelmässiges Leben - war sowieso keine Partynudel -, mir bekannten Auslösern möglichst aus dem Weg gehen, Medis nehmen, mich zurückziehen, wenn ich das Bedürfnis spüre u.ä.
Sehr hilfreich war auch mein Neurologe, der einfühlsam aber nie unter Druck mich sanft aus der Grube hinausgelotst hat. Es wäre bestimmt sehr gut, wenn Du mit jemanden darüber sprechen kann: Selbsthilfegruppe, Sozialarbeiter, Psychologen etc. Und auch hier im Forum kann man sich ausweinen und Ratschläge finden. Hat mir sehr geholfen.
Also Kopf hoch, die Medizin hat riesige Fortschritte gemacht.
mezeg
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mona1,
24.10.2014, 19:48
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madi,
24.10.2014, 22:39
- viele kleine absencen - mona1, 24.10.2014, 23:06
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mezeg,
25.10.2014, 11:27
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mona1,
25.10.2014, 12:59
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mezeg,
26.10.2014, 10:36
- viele kleine absencen - 2. Teil der Anwort - mezeg, 26.10.2014, 10:42
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mezeg,
26.10.2014, 10:36
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mona1,
25.10.2014, 12:59
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huge88,
25.10.2014, 12:06
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mona1,
25.10.2014, 13:06
- viele kleine absencen - huge88, 25.10.2014, 16:20
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mona1,
25.10.2014, 13:06
- viele kleine absencen - Oliver55, 29.10.2014, 13:11
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madi,
24.10.2014, 22:39