Mr. Tom

Mr. Tom, Friday, 21.08.2015, 23:59 (vor 4012 Tagen) @ ruth-etc.
bearbeitet von Mr. Tom, Saturday, 22.08.2015, 00:15

Hi Mr.Tom

Mir ist damals aufgefallen, dass sehr viel gejammert wurde. Teilweise hatte man sich die schlechte Situation aber selbst zuzuschreiben.


Wie und wonach erstellst du bei solche "Beurteilung"?
Was verstehst du unter jammern und ab wann darf man das deiner Meinung nach mal tun?

Selbst die, bei denen der Zustand sehr gut war, stöhnten auf hohem Niveau.


Na deinen Zustand würde auch ich laut deiner Schilderung hier in der Tat trotz Epilepsie als sehr gut bezeichnen. Nur sollte man nie von sich auf andere schließen, finde ich. Wie du schon sagst, jedem seine Meinung lassen und ihm nicht versuchen seine eigene aufzudrängen.

Falls man äußerte, dass es sehr viel schlimmere Krankheiten gibt (und MS ist eindeutig übler) wurde man als Schönredner und Euphemist dargestellt.


Wurde man, oder fühlte man sich so dargestellt? Ich kenne z.B. auch MS'ler die noch eine weit aus bessere Lebensqualität haben wie einige Menschen mit Epilepsie. Man sollte nicht pauschalisieren, pauschalisiert darstellen und auch nichts so auffassen, finde ich.

Selbst habe ich schon sehr enorm unter der Epilepsie selbst (den Anfällen) gelitten, in Zeiten mit gut 3-4 Grand Mal im Monat und schätze mal ca. 60 fokale - komplex fokale + isolierte Auren und Myoklonien. Gejammert habe ich nicht mehr, sagte garnichts mehr. Irgentwann war ich so weit das ich einen Strich ziehen wollte ( wenn du verstehst was ich meine). Man könnte somit also sagen, psychisch war ich am Ar....!

Im Erste Hilfe Kurs lernt man: Wenn du an einen Unfallort kommst, geh an denen vorbei die laut schreien und "laufe" zu denen 'die auffällig ruhig' sind. Die brauchen dich als erstes! Ich finde das in der Regel einen Recht guten Leitfaden, egal in welche Richtung...

Entschuldige bitte vielmals, dass ich hier meine Meinung und Erfahrungen schreibe. Meine Ansicht zwinge ich überhaupt keinem auf und ich pauschalisiere auch nicht. Ich habe mir meinen guten Gesundheitszustand aufgrund meines immensen Durchsetzungsvermögens gegenüber meinem Neurologen hart erarbeitet. Da kann ich zurecht sehr stolz drauf sein und bin es auch. Tut mir leid, dass es anderen schlecht(er) geht. Das ist äußerst bedauerlich, jedoch kann ich es leider nicht ändern.

Hatte ein Gespräch mit einem MS-Patienten (ich kenne einige).

Das sah folgendermaßen aus:

Ich:"Seit 2003 leide ich an Epilepsie und hatte bisher fünf Grand mal Anfälle."

MS-Patient:"Ich habe seit demselben Jahr die Diagnose MS und hatte bis dato fünf heftige Schübe. Im Gegensatz zu dir sitze ich allerdings mit Lähmungen und Spastik im Rollstuhl."

"Tolle" Aussichten mit einem GdB 100, oder? Mir sind weitere Fälle dieser Art bekannt.

Noch eine Horrorgeschichte:

Bei uns in der Straße wohnte ein Mann mit ALS. Er ist erstickt, weil seine Atmung durch die Lähmung versagte. Sprechen konnte er ebenfalls nicht mehr. Zum Schluss ein schwerer Pflegefall. Ein Bild des Grauens.

Du kennst die Hintergründe der Kommunikation aus dem Forum zwischen den Usern und mir von vor vier, fünf Jahren gar nicht. Insofern ist es müßig, mit dir darüber zu diskutieren.


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