plötzliche Tabletten Absetzung bei grand mal EPI. durch arzt

schwedenmaus, Wednesday, 30.08.2023, 22:21 (vor 226 Tagen) @ Sanktus Achzehn


Hallo schwedenmaus,

grundsätzlich setzt man eigentlich nur in bestimmten Fällen ab, wenn der Patient mind. 2 Jahre anfallsfrei ist. Das bist du scheinbar nicht. Manchmal setzt man auch ab, wenn der Anfallsauslöser bekannt ist und man Anfälle im Alltag mit genug Aufmerksamkeit entsprechend selbst vermeiden kann. Du schreibst von Stress als Ursache - ggf. ist das für ihn der Hintergedanke. Allerdings lässt sich Stress ja nun nicht einfach immer verhindern. Da käme es dann schon sehr darauf an, was bei dir konkret die Anfallsauslöser sind, wie du mit Vorboten umgehen kannst usw. Eventuell hat er aber ja auch ganz andere Gründe, weswegen das Medikament weg soll.

Ich würde mir seine Argumente auf jeden Fall einmal anhören und alles gut hinterfragen, denn die Medikamente können auf Dauer halt auch ihre Spuren hinterlassen, wenn man Pech hat. Sollte es für dich tatsächlich eine Möglichkeit geben, ohne Anfälle und ohne Medikamente zu leben, wäre das perfekt. Ein guter Arzt sollte so etwas aber immer nachvollziehbar begründen können, auch alle Fragen, die auf deiner Seite entstehen, gut beantworten und erst dann absetzen, wenn du ebenfalls dein OK gibst. Sollte das bei ihm nicht gegeben sein, rate ich dir dringend, den Arzt zu wechseln. Wenn seine Begründung nachvollziehbar klingt, schadet es dennoch nicht, wie bereits empfohlen wurde, einen Termin in einer Epilepsieambulanz auszumachen, zwecks Zweitmeinung. Das würde ich dem Arzt auch so sagen, dass ich da noch eine Zweitmeinung möchte und bis dahin nichts ändern.

Gruß,
Sanktus Achzehn

Hallo Sanktus Achzehn,
nun ja das man nach 2 Jahren unbedingt anfallsfrei ist kann ich nicht unbedingt behaupten. Ich hatte im laufe derZeit von ca. 20 Jahren immer wieder grand-mal-Anfälle. Der letzte war fast mit Koma. Seitdem hatte ich dann immer wieder fokale Anfälle mit vorherigen Auren. Nun bin ich seit ca 5 Jahren auch fokale Anfälle los. In einem Epilepsiezentrum war ich vor einiger Zeit schon. Dies gab leider nur schlechte Erfahrungen, denn die waren darauf aus, ob man die Epilepsie nicht doch operativ entfernen könnte. Dies geht aber nicht, da der Herd der Epilepsie zu nah am Sprachzentrum sitzt. Ich bin halt noch etwas skeptisch. Schließlich ist ja auch bekannt, das ein Antiepileptkum (in meinem Fall Tegretal retard) mit vielen anderen Medikamenten kollidiert. Eigentlich komme ich mit meiner 30 jährigen Tegretal ret. Einnahme sehr gut zurecht und habe mich damit abgefunden. Meine Blutwerte sind o.k.---Mein Mann versucht auch den Streß von mir fern zu halten und wir sind ein eingespieltes Team. Ich überleg es mir noch mal, totz der Aussage mitlerweile mehrerer Ärzte.
Deine Antwort war aber interessant und hilfreich, danke nochmal.
Viele Grüße Schwedenmaus


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