Re: bin epileptiker

Christiane Müller ⌂ @, Monday, 27.11.2006, 18:02 (vor 7207 Tagen) @ monika freund

Hallo Monika,
im Grunde kann ich mich meinen Vorredner(inne)n nur anschließen. Im Grunde ist Epilepsie eine Krankheit, wie jede andere auch. Wir haben das Glück, dass die Krankheit gut erforscht und behandelbar ist. Dass du jetzt am Anfang unsicher bist ist verständlich. Ging mir und bestimmt den anderen auch so. Dennoch bist du keine Gefahr für deine Umwelt. Vielleicht hilft es dir, wenn ich von meinen "Anfängen" berichte.
Und zwar ist meine Epilepsie vor ziemlich genau 3 Jahren festgestellt worden, ich war gerade 18. Der Anfall kam natürlich unerwartet, nachts, als ich von der Couch, auf der ich geschlafen habe, aufstand und ins Bad wollte. Auf dem Weg dort hin ist es passiert, ein Großer Anfall. Keiner hat's geahnt -wie denn auch- und in den 5 Tagen die ich dann im Krankenhaus war musste ich erst einmal realisieren, was da passiert ist. Warum ich überhaupt im Krankenhaus bin. Fragen hatte ich viele, Antworten konnte mir keiner geben. Bis heute ist unklar, woher mein Anfall kam. Vermutlich wegen Übermüdung, denn wenn ich nachts wenig geschlafen habe zucken meine Hände, Arme, Füße...was halt grad geht.Das war schon immer so, aber keiner hat das für unnormal befunden. Ganz schlimm war es entsprechend morgens, wenn ich "verpennt" vorm Spiegel stand und Zähne geputzt habe. Da habe ich sehr oft gezuckt.... Langer Rede kurzer Sinn: Nach einem Anfall hat man das Gefühl eine tickende Zeitbombe zu sein. Aber das bist du nicht. Wegen der Krankheit, die ja eigentlich nur eine Schwäche im Nervensystem ist, bist du nicht weniger Wert als andere, du musst dich bei manchen Dingen einschränken, aber wer muss das heut nicht?! Wie viele Leute haben Allergien, Lebensmittelintoleranzen, Diabetes, ... Sie alle müssen sich einschränken und Medikamente nehmen. Und wir können, wie bereits erwähnt, froh sein, dass unsere Schwäche so gut erforscht und therapierbar ist. Wir habs sozusagen Glück im Unglück. Lass dich auf die Therapie ein. Beobachte deinen Körper, was er schafft und was nicht. Vor allem: Lass dir Zeit. Du wirst nicht alles sofort heraus finden können. Viele Sachen werden sehr lange dauern, und manchmal wirst du alles hinschmeißen wollen, weil es dir zu langsam geht. Aber sei dir sicher, du bist nicht die einzige! Ich bin sicher, dass auch du es schaffst, denn schließlich lebst du mir der Krankheit, nicht umgekehrt!

Viele liebe Grüße
Christiane


gesamter Thread: