Re: Anfälle/psyche/Eingewöhnungsphase der Antiepileptika

Andreas S. @, Friday, 07.12.2007, 15:15 (vor 6831 Tagen) @ sandra

[zitat=sandra]Hallo Leutchen,

da bin ich wieder!
War gestern bei der Untersuchung bei meiner Neurologin,hmm... sie kann mir nicht genau sagen was für ne Art Epilepsie ich habe, ich hatte bis jetzt gedacht es wäre die Aufwach grand mal! mh... ich hab ihr von meinen großen Anfällen erzählt morgens, sie aber antwortete mit einer Frage : "das ist für dich Groß?"
mh... für mich gibts nichts schlimmerres im mom als die Krankheit! Ich bin der Meinung es seien grßoe Anfälle wenn man wach wird ich am krampfen bin keine Luft bekomme uriniert hab ich auch schonmal :( und und und... mhh..
meint ihr auch es wären keine großen Anfälle???

ich bin da gestern so sensibel gewesen hab nur geweint! Komme mit der Krankheit nicht klar!.... :(
Hab bis jetzt ja immer nur ne halbe Tablette Valproat vorm schlafen gehen genommen! Jetzt musste ich erhöhen auf 2mal täglich ne halbe und in 4 tagen 2 ganze 2 mal täglich! habe heute Morgen eine halbe genommen wie besprochen und musste in der Arbeit aufhören zu arbeiten und nach Hause fahren! Ich war so schwach,übel war mir, meine Augen haben gebrannt und gerötet zudem noch ganz klein, ich war am zittern und konnte mich nicht konzentrieren!...

ist das normal????

Meine Ärtzin meinte auch ich solle meinem Arbeitgeber sagen dass ich Epilepsie habe, da ich mich dafür immer geschämt habe und es nie für nötig gehalten habe jemanden von meiner Krankheit zu berichten außer im engsten Freundes und Familienkreis! Habe dies heute getan und würde gekündigt, da ich noch in der Probezeit war! Bin jetzt Arbeitslos:( welcher Arbeitgeber nimmt schon einen Epileptiker :( Bin so ratlos und fertig weiß nimmer weiter.... Bin gerade mal 19 Jahre alt und brauche wirklich einen Psychologen, nur bis ich nen Termin bekomme haben wir Weihnachten 2008 :(

Wäre nett wenn ihr mir die kleinen Fragen beantworten könntet! Danke im vorraus

sandra

[/zitat]

Hallo Sandra,

zu den Anfällen, hm bist du da bei Bewusstsein? Wenn nicht sollten es Grand Mals sein denn die habe ich auch, mit Luftnot hab ich aber keine Erfahrungen, alles andere passt genau.
Ich kann gut verstehen dass du sensibel reagierst es ist manchmal auch furchtbar frustrierend aber dann kann man lernen mit umzugehen, der Gang zum Psychologen ist denke ich ein Schritt in die richtige Richtung, ich bin selbst seit einem halben Jahr in psychologischer Behandlung und mir hilft es sehr über meine Unsicherheiten hinweg zu kommen, es macht mich selbstsicherer.
Na ja wahrscheinlich hörst du das nicht zum ersten mal aber es muss dir nicht unangenehm sein, das wollte ich auch lange nicht glauben aber es ist so. Du kannst nichts für deine Epilepsie und jeder halbwegs intelligente Mensch weiß das, außerdem macht sie dich zu einem schlechteren Menschen? Kann ich mir nicht vorstellen. Das sind alles Dinge die du mit der Zeit erkennen wirst, ich hab schon 35 Jahre, solange ich lebe Epilepsie und kenne die Gefühle und Ängste die man manchmal hat... Ich weiß auch dass es manchmal schwer ist aber du musst für dich wissen an erster Stelle steht der Mensch Sandra, nicht die Epilepsie. Du kennst bestimmt Menschen mit Diabetes, die werden doch auch nicht darauf reduziert.
Und mit der Arbeit darfst du nicht aufgeben, du hast eine bestimmte Qualifikation und solange du dich durch diese Anfälle nicht gefährdest spricht nichts dagegen dich einzustellen, ich für meinen Teil habe einen Schwerbehindertenausweis (ob du den beantragst musst du selbst abwägen) und bin da immer offen mit hingegangen, ich hatte auch schon am Arbeitsplatz Krampfanfälle von daher musste ich es meinen Arbeitgebern mitteilen, es wäre sowieso rausgekommen. Aber wäge das selber ab.
ich wünsch dir alles Gute
Andreas


gesamter Thread: