Nebenwirkungen der Medikamente

Heidi @, Monday, 30.06.2008, 09:51 (vor 6625 Tagen)

Hallo!

Meine 16jährige Enkelin hatte einen ersten epilepstischen Anfall, sehr schwer und lange. Sie fiel einfach um und verlor für 10 Minuten das Bewusstsein, zitterte und krampfte und hatte Schaum vor dem Mund. Sie wurde sofort ins Krankenhaus eingewiesen und dort untersucht. Das EEG ist auffällig, aber der Arzt meinte, es sei grenzwertig und er würde vorerst von Medikamenten abraten und lieber abwarten. In drei Monaten soll ein weiters EEG erstellt werden und dann nochmal darüber entschieden werden, ob Medikamente eingesetzt werden. Wir wissen, dass ihr die erhöhte Veranlagung zur Epilepsie vererbt wurde. Ihr Onkel hatte eine schwere Epilepsie und ist bei einem Anfall mit 35 Jahren gestorben.

Wir sind sehr besorgt um sie. Ich wünsche mir, dass sie weiterhin unbeschwert leben und ihr Leben genießen kann. Andererseits würde ich am liebsten eine Käseglocke über sie stülpen, um alles Böse von ihr zu halten. Das ist natürlich Quatsch, aber ich kann mit der Situation noch nicht richtig umgehen und hadere sehr mit dem Schicksal. Sie ist so ein fröhliches junges Mädchen und ich habe einfach Angst um sie. Ich sehe ständig das Bild ihres Onkels vor mir, der so sehr krank war, dass er nicht mehr selbstständig leben konnte und in einem betreuten Wohnen leben musste und so jung verstorben ist.

Es quälen mich so viele Fragen, wird sie wie geplant ihr Abitur machen können, studieren und ihren Berufswunsch verwirklichen können? Wird sie überhaupt den Führerschein machen können? Ich weiß, dass ich der Zeit voraus bin und einfach geduldig abwarten müsste. Das fällt mir sehr schwer. Vielleicht wird sie ja überhaupt keinen Anfall mehr bekommen. Sie selbst geht mit der Situation sehr unbeschwert um. Sie hat uns gesagt, dass sie die Ratschläge des Arztes zum Lebenswandel ernst nimmt und auch befolgen wird. Aber mehr will sie nicht darüber sprechen. Wir haben das vorerst akzeptiert und warten nun voller Bange.

Ich mache mir auch über eins Sorgen: wenn sie wirklich Medikamente nehmen müsste, würden diese durch ihre Nebenwirkungen ihr Wesen verändern? Sie ist sehr aufgeschlossen, spontan und fröhlich. Ihr Onkel wurde durch die Medikamente so in sich gekehrt und regelrecht lethargisch. Vielleicht war das bei ihm ja eher eine Ausnahme. Oder kommt das häufig vor, dass die Medikamente so antriebslos machen?

Tut mir leid, dass ich hier so viel schreibe. Mich beschäftigt das nur so sehr und diese ganzen Fragen machen mich ganz verrückt.

Liebe Grüße!

Heidi


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