Re: Nebenwirkungen der Medikamente
Hallo Heidi,
zuerst mal möchte ich dir sagen, dass du dich nicht zu entschuldigen brauchst. Wofür den??? Das du lange Beiträge schreibst???
Da sind die Menschen eben unterschiedlich, und wenn man über Epilepsie redet, ist es ein ganz normales Thema wie jedes andere auch!!! Und das machen wir hier schließlich..
Du hast, verständlicherweise ne menge Fragen, doch versteh bitte, dass diese aus der Ferne schwierig zu beantworten sind, da wir hier nicht wissen um was für eine Epilepsieart es sich handelt.
Grundsätzlich hängt es sicherlich auch vom Epilesieverlauf ab, wie Menschen damit umgehen, wie sehr sie von Medikamenten beeinträchtigt werden (da reagiert jeder Mensch anderst) und vorallem wie ein Mensch selbst damit umgeht. All dass sind Dinge, die sich dann im Alltag wiederspiegeln.
Ich finde es super von deiner Enkelin, dass sie versucht offen und locker damit umzugehen, und die Sache trotzdem ernst nimmt!!!
Auch ich hab damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Denn wenn jemand die Krankheit akzeptiert, offen darüber spricht, dann fällt es auch dem Umfeld (egal ob Lehrer, Arbeitgeber.... )leichter damit umzugehen. Und sie akzeptieren es dann auch, weil sie es vom Betroffenen selbst vorgelebt bekommen.
Beim Gegenteil braucht man sich deshalb nicht zu wundern.
Ob deine Enkelin dann irgendwann auf Medikamente eingestellt werden muss, das wird die Zeit zeigen!!!
Kommt Zeit kommt Rat!!!
Gespräche über das Thema, helfen auch dir damit umzugehen, es gibt spezielle Selbsthilfegruppen für Angehörige!!!, s. im Internet.
Doch bei aller Besorgnis, vergess nicht deine Enkelin selbstständig leben zu lassen!!!!!!(auch wenns schwierig ist)!!!
Ich bin 25, habe von klein aus Epilepsie, und habe die Erfahrung gemacht, dass es für Angehörige meist schwieriger ist sich damit abzufinden!!!
Freu dich doch, dass es ihr im Moment gut geht!!!
Probleme gibts im Leben genug, man braucht sie nicht unnötig zum Überlaufen bringen, die kommen schon selbst!!!
Und dann kann man sich immer noch mit ihnen beschäftigen!!
Hoffe ich konnte dir helfen.
Viele Grüße
Julia
[zitat=Heidi]Hallo!
Meine 16jährige Enkelin hatte einen ersten epilepstischen Anfall, sehr schwer und lange. Sie fiel einfach um und verlor für 10 Minuten das Bewusstsein, zitterte und krampfte und hatte Schaum vor dem Mund. Sie wurde sofort ins Krankenhaus eingewiesen und dort untersucht. Das EEG ist auffällig, aber der Arzt meinte, es sei grenzwertig und er würde vorerst von Medikamenten abraten und lieber abwarten. In drei Monaten soll ein weiters EEG erstellt werden und dann nochmal darüber entschieden werden, ob Medikamente eingesetzt werden. Wir wissen, dass ihr die erhöhte Veranlagung zur Epilepsie vererbt wurde. Ihr Onkel hatte eine schwere Epilepsie und ist bei einem Anfall mit 35 Jahren gestorben.
Wir sind sehr besorgt um sie. Ich wünsche mir, dass sie weiterhin unbeschwert leben und ihr Leben genießen kann. Andererseits würde ich am liebsten eine Käseglocke über sie stülpen, um alles Böse von ihr zu halten. Das ist natürlich Quatsch, aber ich kann mit der Situation noch nicht richtig umgehen und hadere sehr mit dem Schicksal. Sie ist so ein fröhliches junges Mädchen und ich habe einfach Angst um sie. Ich sehe ständig das Bild ihres Onkels vor mir, der so sehr krank war, dass er nicht mehr selbstständig leben konnte und in einem betreuten Wohnen leben musste und so jung verstorben ist.
Es quälen mich so viele Fragen, wird sie wie geplant ihr Abitur machen können, studieren und ihren Berufswunsch verwirklichen können? Wird sie überhaupt den Führerschein machen können? Ich weiß, dass ich der Zeit voraus bin und einfach geduldig abwarten müsste. Das fällt mir sehr schwer. Vielleicht wird sie ja überhaupt keinen Anfall mehr bekommen. Sie selbst geht mit der Situation sehr unbeschwert um. Sie hat uns gesagt, dass sie die Ratschläge des Arztes zum Lebenswandel ernst nimmt und auch befolgen wird. Aber mehr will sie nicht darüber sprechen. Wir haben das vorerst akzeptiert und warten nun voller Bange.
Ich mache mir auch über eins Sorgen: wenn sie wirklich Medikamente nehmen müsste, würden diese durch ihre Nebenwirkungen ihr Wesen verändern? Sie ist sehr aufgeschlossen, spontan und fröhlich. Ihr Onkel wurde durch die Medikamente so in sich gekehrt und regelrecht lethargisch. Vielleicht war das bei ihm ja eher eine Ausnahme. Oder kommt das häufig vor, dass die Medikamente so antriebslos machen?
Tut mir leid, dass ich hier so viel schreibe. Mich beschäftigt das nur so sehr und diese ganzen Fragen machen mich ganz verrückt.
Liebe Grüße!
Heidi[/zitat]
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30.06.2008, 09:51
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