Bethel - und dort soll ich leben?
Hallo Heintje,
wegen einer therapieresistenten Epilepsie bin ich das erste Mal Anfang 2006 in dem Epilepsie-Zentrum Bethel, im Haus Mara, gewesen. Nachdem man dort durch die dafür erforderlichen Untersuchungen festgestellt hat, dass eine andere medikamentöse Therapie nicht möglich ist, hat man mir den Vorschlag eines epilepsiechirurgischen Eingriffs gemacht.
Dem ging ein 10-tägiges Intensiv-Video-Monitoring voraus. Kurze Zeit später, im Juni 2006 bin ich am rechten Temporallappen operiert worden. Ich nehme noch ein paar Tabletten, habe aber seither Anfälle nicht mehr gehabt. Während des langen Aufenthalts dort hatte ich viel Zeit, durch die Gegend zu laufen. In den letzten 4 Wochen, während ich in der Reha war, bin ich jeden Tag ein paar Mal nach Bielefeld gefahren und habe mich in der Innenstadt erholt.
Da ich mich für einen Menschen halte, der mit offenen Augen durch die Welt geht, habe ich das Verhalten der Wohngruppen registriert und zu Kenntnis genommen. Es ist auch zu Geprächen mit den Bewohnern gekommen. Mich interessieren Menschen, unabhängig von Stand, Beruf und Schulbildung. Ich habe mich nicht in den Wohngruppen aufgehalten. Ich bin auch nie drin gewesen. Ich weiß nur noch, dass ich zufriedene Gesichter sehen konnte, meine Gesprächspartner aus den Gruppen waren alle sehr nett.
Nachdem ich jetzt etwas mehr von dir weiß, finde ich Deinen Schritt genau richtig. Das Ende nach hinten würde ich offen lassen. Sonst setzt Du dich von vornherein wieder unter Druck. Du kannst davon ausgehen, dass Du dich anfangs unterfordert fühlst. Das ist für dich sehr gut, Du kannst Dein Selbstwertgefühl steigern und durch zu einem neuen Selbstbewusstsein kommen. Du hast endlich mal Erfolgserlebnisse, sie bauen auf. Und dort hat man Verständnis dafür, wenn Du mal einen schlechten Tag hast. Erst wenn Du dich selbst fit und stark fühlst, solltest den Ausstieg organisieren. Am besten alles in Absprache mit Deinen Vertrauten dort und mit dem Betreuer.
Ich kann zum Alltag in den Wohnheimen nichts sagen. Ich weiß nur, dass schon lange alles viel lockerer gehandhabt als früher. Ich würde mich auch freuen an Deiner Stelle, denn Du kannst es als Chance für den Beginn eines neuen Lebens sehen. Du bist noch sehr jung, wenn Du dort wieder gesund wirst, hast Du noch jede Menge Zeit. Ich wünsche dir alles Gute.
Liebe Grüße
Anton
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Heintje82,
20.03.2010, 17:42
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anonym,
20.03.2010, 19:34
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Heintje82,
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Green,
20.03.2010, 20:22
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Anton,
21.03.2010, 16:30
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- Bethel - und dort soll ich leben? - Knuddel Wurm, 12.04.2010, 01:40
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anonym,
20.03.2010, 19:34